Kurzkritiken zu den wichtigsten Filmen der Woche

In Zusammenarbeit mit dem Kinoportal filmdienst.de und der Katholischen Filmkommission bietet die Katholische Nachrichten-Agentur (KNA) Kurzkritiken zu Filmen an, die ab Donnerstag, 16. November, in den deutschen Kinos anlaufen - sortiert nach Bewertung (siehe unten) und bei gleicher Anzahl der Sterne nach Alphabet:

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Als erneut Nachwuchs ins Haus steht, wird ein von der Familie vernachlässigtes irisches Mädchen über die Sommerferien zu Verwandten geschickt. Dort erfährt es eine Wärme und Zuneigung, die es aus ihrer schmerzhaften Erstarrung befreien. Und doch gibt es auch in der Idylle der irischen Provinz Schmerz und Verlust. Der leise, zurückhaltende Film über eine Kindheit und die Poesie eines Sommers benötigt nur wenige Dialoge und nähert sich mit sensibler Bildsprache der Wahrnehmung seiner Hauptfigur an. Wohltuend unaufdringlich fügt das Drama dem Kino eine seltene Erzählung über die Perspektive eines jungen Mädchens hinzu. - Sehenswert ab 14.

Ausführliche Credits, Texte und Bilder bei filmdienst.de: https://www.filmdienst.de/film/details/619747/the-quiet-girl

Mit seiner Band "The Libertines" war der Musiker Peter Doherty Anfang der 2000er-Jahren auf dem Sprung an die Spitze der Brit-Pop-Szene. Doch der Sänger bekam seine Drogenprobleme auch nach mehreren Entziehungskuren nicht in den Griff. Der außergewöhnliche Dokumentarfilm porträtiert den vielseitigen Künstler im Kampf gegen seine Sucht sowie gegen seine Ängste und Dämonen. Dabei nutzt der Film auch Konzert-Mitschnitte und Statements von Weggefährten, kreist primär aber um Dohertys Alltagsleben, das seine Lebensgefährtin im gemeinsamen Alltag mit der Kamera gefilmt und in ein überaus intimes Porträt verwandelt hat. - Ab 14.

Ausführliche Credits, Texte und Bilder bei filmdienst.de: https://www.filmdienst.de/film/details/621769/peter-doherty-stranger-in-my-own-skin

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Durch eine Laune der Natur ziehen Tornados über Los Angeles hinweg und lassen Massen aggressiver Haie vom Himmel fallen. Eine kleine Gruppe von Menschen stellt sich beherzt dem Terror entgegen. Ein für den Fernsehmarkt billig produzierter Horrorfilm mit lachhaften Spezialeffekten, der sich nach der Erstausstrahlung zum Twitter-Phänomen entwickelte. Formal in jeder Hinsicht auf äußerst bescheidenem Niveau, wickelt er seinen abstrusen Plot mit einer durchaus sympathischen Selbstironie ab. - Ab 16.

Ausführliche Credits, Texte und Bilder bei filmdienst.de: https://www.filmdienst.de/film/details/542540/sharknado-genug-gesagt

1857 wurde der siebenjährige Edgardo Mortara auf Geheiß von Papst Pius IX. aus seiner jüdischen Familie in Bologna nach Rom entführt, weil er als Kind heimlich getauft worden war. In einem Katechumenenhaus wurde er christlich erzogen und trat als junger Mann dem Augustiner-Chorherrn bei. Das historische Drama rekapituliert die verbürgte Geschichte mit einer aufwändigen Inszenierung, lässt aber eine inhaltliche Durchdringung des Stoffes vermissen. Zwar werden zahlreiche Konflikte angespielt, aber ähnlich wie die Psychologie der Figuren nicht vertieft; auch spirituelle Fragen oder religiöse Konflikte wirken vage und äußerlich. - Ab 14.

Ausführliche Credits, Texte und Bilder bei filmdienst.de: https://www.filmdienst.de/film/details/620732/die-bologna-entfuhrung-geraubt-im-namen-des-papstes

Krähen gelten als enorm kluge Rabenvögel. Seit Beginn der Menschheitsgeschichte leben die Corvidae in der Nähe des Homo sapiens, den sie nicht nur in der Wildnis, sondern auch in die urbanen Lebensräume begleiten. In den borealen Nadelwäldern, niedersächsischen Wiesenlandschaften oder den Häuserschluchten von Tokio untersucht die Dokumentation das Verhältnis von Mensch und Vogel zwischen Mythos und Forschung. Ein Sammelsurium des Wissens über Krähen, dem eine klare inhaltliche oder produktive Zuspitzung fehlt und der im Mensch-Tier-Vergleich teils übers Ziel hinausschießt. - Ab 12.

Ausführliche Credits, Texte und Bilder bei filmdienst.de: https://www.filmdienst.de/film/details/621339/krahen-die-natur-beobachtet-uns

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ZU DEN BEWERTUNGEN NACH ANZAHL DER STERNE:

5 Sterne: herausragend, ein Meisterwerk

4,5 Sterne: eindrucksvoll, ausgefeilt, lange nachwirkend

4 Sterne: sehr gut, ambitioniert, lohnenswert

3,5 Sterne: beachtlich, gekonnt, anregend

3 Sterne: solide und interessant

2,5 Sterne: ganz okay, guter Durchschnitt

2 Sterne: wenig aufregend, Mittelmaß

1,5 Sterne: inkonsequent, mit Schwächen

1 Stern: dürftig, enttäuschend

0,5 Sterne: schlicht, dilettantisch

0 Sterne: ärgerlich, anstößig, eine Zumutung

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