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Kurse zur Letzten Hilfe sind gefragt

Kurse zur „Letzten Hilfe“ haben in Bayern regen Zulauf. Vielerorts bieten Hospizvereine, kirchlich-diakonische Einrichtungen und andere Organisationen solche Seminare an, bei denen Grundwissen zur Sterbebegleitung vermittelt wird. „Denn was alle angeht, müssen alle angehen“, wirbt etwa der Hospizverein Ramersdorf/Perlach aus München, dessen Kurse in regelmäßig ausgebucht sind. Einer der größten Anbieter ist das gemeinnützige Unternehmen „Letzte Hilfe Deutschland“, das bundesweit Kurse veranstaltet – erstmalig vor zehn Jahren, seither haben dort nach dessen Angaben mehr als 100.000 Menschen daran teilgenommen.

Das Sterben von Nahestehenden mache viele Menschen hilflos – auch, weil „uraltes Wissen zum Sterbegeleit“ in der Moderne verlorenging, wie das Unternehmen „Letzte Hilfe“ schreibt. „Letzte-Hilfe-Kurse braucht es unbedingt, um das Wissen und die Möglichkeiten der Begleitung beim Sterben in unserer Gesellschaft bekannter zu machen“, sagt der evangelische Diakon Stefan Meyer, der für die Organisation in Nürnberg tätig ist. Die Kurse machten den Menschen Mut, Vorsorge zu treffen und sich Gedanken zu machen, wo sie ihre letzte Lebenszeit verbringen wollen.

Laut Ina Willax aus Berching (Kreis Neumarkt), die einen der Kurse in der Nürnberger Hospizakademie besucht hat, haben diese vier Module. Zunächst gehe es um medizinisches Wissen, etwa was die körperlichen „Anzeichen für das Lebensende“ sind, wie Willax dem Evangelischen Pressedienst (epd) sagte. Zudem wurden rechtliche Fragen zum Vorsorgen und Entscheiden behandelt, etwa zur Bedeutung einer Vorsorgevollmacht. Bei einer praktischen Übung wurde ausprobiert, wie Angehörige selbst Leiden lindern können, etwa durch das Befeuchten der Lippen des Sterbenden. Schließlich ging es um Abschiednehmen und Sterberituale.

Wenn man mehr wisse, könne man es „besser annehmen, dass sich der Sterbende auf den Weg macht“, sagte Willax. Sie hoffe, „Ruhe und Gelassenheit für künftige Situationen zu haben“. (3616/19.11.2025)