Kulturstaatsminister Weimer übergibt Verlagsanteile an Treuhänder

Der Kulturstaatsminister zieht die Reißleine - immer wieder wurde er für seine Geschäftsanteile an der Weimer Media Group kritisiert. Nun zieht er sich zurück - seine Frau und sein Sohn bleiben aber im Geschäft.

Medien- und Kulturstaatsminister Wolfram Weimer hat angekündigt, seine Anteile an der Verlagsgruppe Weimer Media Group (WMG) seiner Familie an einen Treuhänder zu übertragen. In einem am Donnerstag verbreiteten Statement sagte der parteilose Politiker: "Ich vollziehe diese Trennung allein, um jeglichen Anschein eines Interessenkonflikts zu vermeiden, der indes tatsächlich nie bestanden hat."

In mehreren Medienberichten war Weimer wegen seiner weiter bestehenden Teilhaberschaft an der WMG kritisiert worden. Das am Tegernsee in Bayern ansässige Unternehmen gibt mehrere Fachmagazine im Bereich Wirtschaft heraus und veranstaltet unter anderem jährlich den Ludwig-Ehrhard-Gipfel, der bislang von der Bayerischen Staatsregierung finanziell unterstützt wurde.

In Sponsoring-Unterlagen des Ludwig-Ehrhard-Gipfels, der auch als "Tegernsee-Summit" beworben wird, sollen nach Angaben des Online-Magazins "Apollo News" Sponsoring-Pakete mit exklusiven Zugangsmöglichkeiten zu Spitzenpolitikern angeboten werden. Das bayerische Wirtschaftsministerium hatte sich nach eigenen Angaben über die Agentur Bayern Innovativ bei der diesjährigen Veranstaltung im Mai im Umfang von 165.000 Euro engagiert. Dies sei "im Rahmen des satzungsgemäßen Zwecks der Gesellschaft" erfolgt. 2024 betrug die Summe 140.000 Euro, in den zwei Jahren davor waren es jeweils 75.000 Euro. Verkaufsdirektor der WMG ist Weimers Sohn Wim Weimer.

Nach dem Bekanntwerden der Kritik des als rechtslibertär geltenden Online-Magazins hatte die Bayerische Regierung angekündigt, ihr Engagement zu überprüfen. Der Ludwig-Ehrhard-Gipfel fand 2014 erstmals statt, die nächste Runde ist vom 28. bis 30. April 2026 geplant. Schirmherr ist Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU), der der Veranstaltung attestiert, sie könnte "auf Dauer ein bayerisches Davos" werden.

Weimer hatte bereits zu seinem Amtsantritt im Frühjahr die Geschäftsführung und alle Funktionen im Verlag niedergelegt und an seine Frau übertragen. Bislang hält er aber noch die Hälfte der Anteile an der WMG. "Nun überträgt Staatsminister Weimer seine Anteile an der WMG treuhänderisch und verzichtet auch weiterhin auf jegliche Gewinnausschüttung. Dieser Verzicht gilt bereits für das aktuelle Geschäftsjahr", heißt es in der Mitteilung. Die Übergabe an den Treuhänder soll bis zum Jahresende vollständig vollzogen werden.

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