Ein Drittel der Beschäftigten erlebt Diskriminierung, vor allem Jüngere. Der neue BKK-Report zeigt, wie stark faire Führung und ein gutes Miteinander Gesundheit und Leistung im Job beeinflussen. Was Betriebe tun können.
Vielfalt am Arbeitsplatz und faire Behandlung stärken die Gesundheit, Diskriminierung schadet ihr. Zu diesem Ergebnis kommt der am Dienstag in Berlin veröffentlichte BKK-Gesundheitsreport 2025. Unternehmen, die Zugehörigkeit fördern, stärken demnach messbar die Motivation, das Wohlbefinden und die Leistungsfähigkeit ihrer Mitarbeitenden.
“Betriebe sollten die unterschiedlichen Erfahrungen, Fähigkeiten und Lebensrealitäten ihrer Beschäftigten nicht als Bürde, sondern als Chance und Ressource begreifen”, erklärte Anne-Kathrin Klemm, Vorständin des Dachverbands von 64 Betriebskrankenkassen. Wo Ausgrenzung und ein schlechtes Betriebsklima herrschten, steige die psychische und körperliche Belastung. Gefordert seien klare Regeln, gute Führung, eine Kultur der Zugehörigkeit sowie passgenaue Präventionsangebote.
Laut dem Report erlebt fast ein Drittel der Beschäftigten Diskriminierung im Job – häufig wegen Alter, Geschlecht oder gesundheitlicher Einschränkungen. Besonders betroffen seien Jüngere. Gleichzeitig zeige die Auswertung einer Beschäftigtenbefragung mit über 3.000 Teilnehmenden, dass 68 Prozent der Befragten sich fair behandelt fühlten, gut die Hälfte sah gleiche Aufstiegs- und Entwicklungschancen. Knapp 40 Prozent kritisierten indes eine zu geringe Vielfalt in Führungspositionen.
Mit durchschnittlich 22,3 Fehltagen je Beschäftigten bleibe der Krankenstand im Berichtsjahr 2024 auf einem hohen Niveau. Atemwegserkrankungen verursachten jeden dritten Krankheitsfall, Muskel-Skelett-Leiden die meisten Fehltage. Psychische Erkrankungen führten zwar seltener zu Ausfällen, dauerten aber im Schnitt mehr als fünf Wochen. Ältere Beschäftigte fehlen laut Report häufiger und länger, Frauen eher aufgrund psychischer Beschwerden, Männer häufiger wegen Muskel-Skelett-Erkrankungen und Verletzungen. Körperlich belastende Berufe wiesen nach wie vor besonders hohe Krankenstände auf.