Ungewöhnlich viele Menschen in Niedersachsen waren nach Angaben der Krankenkasse DAK-Gesundheit in den Sommermonaten krankgeschrieben. Ursache waren vielfach psychische Erkrankungen wie Depressionen oder Angststörungen, wie die Fehlzeiten-Analyse der Kasse ergab. Von Juli bis September 2023 lag demnach der Krankenstand mit 5,1 Prozent über dem schon hohen Niveau des Vorjahresquartals mit 4,9 Prozent. Im Durchschnitt hatten Beschäftigte jeweils mindestens vier Fehltage.
„Die Nachwirkungen der Pandemie, die Unsicherheit in Deutschland durch die vielen Krisen in der Welt: Das alles belastet die Psyche der Menschen zunehmend“, sagte der niedersächsische Landeschef Dirk Vennekold. Betriebe sollten in den Gesundheitsschutz und das Betriebliche Gesundheitsmanagement investieren. Die Kasse warnte vor einem Teufelskreis von erhöhtem Krankenstand und stärker werdendem Personalmangel.
Bei den psychischen Erkrankungen ging der Arbeitsausfall laut den Daten um 20 Prozent hoch, von 73 auf 88 Fehltage je 100 Beschäftigte. Bei den Muskel- und Skelett-Erkrankungen betrug der Anstieg 26,3 Prozent. Hier gab es mit 107 Fehltagen je 100 Beschäftigte insgesamt den größten Arbeitsausfall. Auch dabei könnten psychische Belastungen eine Rolle spielen und etwa zu psychosomatischem Rückenschmerz führen, hieß es. Die DAK hat für die Fehlzeitenanalyse die Daten von 2,35 Millionen bei ihr versicherten Beschäftigten bundesweit durch das Berliner IGES Institut auswerten lassen.