Es läuft auf eine Kampfkandidatur hinaus. Erstmals gibt es zwei Kandidaten für den Chefposten in der Konrad-Adenauer-Stiftung. Parteichef Merz hat seine Prioritäten schon offengelegt.
Die frühere CDU-Vorsitzende und Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer (63) hält an ihrer Kandidatur für den Vorsitz der Konrad-Adenauer-Stiftung (KAS) fest, obwohl Parteichef Friedrich Merz den Vizevorsitzenden der Unions-Bundestagsfraktion, Günter Krings (CDU, 56), für den Posten vorgeschlagen hat. Kramp-Karrenbauer sagte der “Rheinischen Post”: “Die Bereitschaft zur Kandidatur besteht unverändert.”
Merz hatte sich in einem Brief an den noch amtierenden Vorsitzenden der CDU-nahen Stiftung, Norbert Lammert, für Krings eingesetzt. Am 19. Dezember sollen die 52 Stiftungsmitglieder über die Lammert-Nachfolge entscheiden. Mit dem Festhalten von Kramp-Karrenbauer an ihrer Kandidatur ist erstmals in der Geschichte der Adenauer-Stiftung eine Kampfabstimmung möglich.
Lammert (77) hatte bereits im September angekündigt, nicht erneut für den Vorsitz der Stiftung zu kandidieren. Diese sei “technisch wie personell gut und schlagkräftig für die Zukunft aufgestellt”, sagte er der “Süddeutschen Zeitung”.
Die politische Stiftung ist bundesweit und im Ausland aktiv. Sie ging aus der bereits 1955 gegründeten “Gesellschaft für christlich-demokratische Bildungsarbeit” hervor. Seit 1964 trägt sie Namen des ersten Bundeskanzlers, Konrad Adenauer (1876-1967). Ziel der Stiftung ist die Förderung freiheitlicher Demokratie und Sozialer Marktwirtschaft, von Frieden und Freiheit, von den transatlantischen Beziehungen und der europäischen Einigung.