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Kosovos Regierungschef: Serbien will keinen Frieden

Kosovos Ministerpräsident Albin Kurti hat neuerlich schwere Vorwürfe gegen den Nachbarn Serbien erhoben. Die Regierung in Belgrad sei unzufrieden mit dem Zerfall Jugoslawiens und strebe daher eine Neuordnung der Balkan-Staaten an, sagte Kurti im Interview der ORF-Nachrichtensendung ZIB2 (Montagabend). Dadurch wolle Serbien einen “Ausgleich für verlorene Gebiete” schaffen. Für den kosovarischen Regierungschef stehe fest: “Serbien will keinen Frieden in der Region.”

Kurti war auf Einladung des österreichischen Karl-Renner-Instituts nach Wien gereist. In seiner Rede skizzierte er sein Land, das 2008 die Unabhängigkeit von Serbien erklärte, als eine Erfolgsgeschichte. So sei es etwa gelungen, im Kosovo soziale Ungleichheiten zu schmälern. Das komme nicht nur dem Zusammenhalt in der kosovarischen Gesellschaft, sondern auch dessen aufstrebender Wirtschaft zugute, so Kurti.

Der Kosovo zählt zu den ärmsten Staaten Europas. Komplizierend hinzu kommt die junge Bevölkerung: Mehr als die Hälfte der 1,8 Millionen Einwohner sind jünger als 30 Jahre, etwa ein Drittel der Bevölkerung unter 18. Ebenso wie Serbien und vier weitere Westbalkan-Staaten strebt Kosovo eine EU-Mitgliedschaft an. Die Gemeinschaft sei das “wichtigste und wertvollste Friedens- und Wohlstandsprojekt seit dem Zweiten Weltkrieg”, so Kurti. Allerdings gilt der Konflikt mit Serbien als Hindernis; Belgrad betrachtet den Kosovo nach wie vor als serbisches Territorium.