Die Kirchen der Demokratischen Republik Kongo haben die jüngsten Wahlen als bestandene Reifeprüfung in Sachen Demokratie gelobt. Trotz chaotischer Zustände durch Verzögerungen und defekte Wahlmaschinen seien die Kongolesen ihrer Bürgerpflicht nachgekommen, hieß es am Donnerstag in einer gemeinsamen Erklärung der katholischen Bischöfe und der protestantischen Christuskirche im Kongo. Kritik übten die Religionsvertreter an der Organisation des Urnengangs.
Bei den Präsidentschafts- und Parlamentswahlen am 20. Dezember hatten Wahlbeobachter etliche Unregelmäßigkeiten verzeichnet, darunter die verspätete Öffnung von Wahllokalen und fehlendes Equipment. Zum Jahreswechsel erklärte die Wahlbehörde Präsident Felix Tshisekedi mit 73 Prozent der Stimmen zum Sieger. Daraufhin kündigten mehrere Oppositionskandidaten Protest an. Der Letztplatzierte Theodore Ngoy rief laut einem Bericht der BBC (Donnerstag) das kongolesische Verfassungsgericht auf, das Ergebnis für ungültig zu erklären.
Die Bischöfe und protestantischen Vertreter appellierten an die Wahlbehörde, die Einsprüche der Opposition ernst zu nehmen: “Es braucht eine unabhängige und gemeinschaftliche Untersuchungskommission.” Zudem müssten die Justizbehörden etwaigen Vorwürfen von Wahlmanipulation nachgehen und die Verursacher sporadischer Gewaltausbrüche am Wahltag vor Gericht bringen. Jeglicher Streit um die Wahlen müsse friedlich beigelegt werden. Für den seit 2019 amtierenden Tshisekedi (60) ist es die zweite Amtszeit.