Kongo-Konflikt setzt Burundi zusehends unter Druck

Extrem arm und politisch fragil, spielt der kleine Staat Burundi östlich der Demokratischen Republik Kongo kaum eine Rolle in internationalen Medien. Jetzt sieht er sich mit vielen Flüchtlingen konfrontiert.

Der Konflikt im Osten des Kongo bringt das kleine Nachbarland Burundi unter zunehmenden Flüchtlingsdruck. Innerhalb eines Monats suchten dort fast 63.000 Menschen Schutz vor den Kämpfen zwischen der kongolesischen Armee und den von Ruanda unterstützten Milizen, wie eine Sprecherin des UN-Flüchtlingshilfswerks UNHCR am Freitag in Genf mitteilte.

Angesichts einer Eigenbevölkerung von 13,6 Millionen entspricht der Zustrom einer Größenordnung, als ob in Deutschland binnen weniger Wochen 390.000 Flüchtlinge eingereist wären. Gemessen an der Wirtschaftsleistung pro Kopf ist Burundi der ärmste Staat der Welt.

Mehr als 45.000 Menschen seien in einem Stadion in der nordwest-burundischen Stadt Rugombo unweit der Grenze untergebracht, so die UNHCR-Sprecherin Faith Kasina. Andere kampierten auf freiem Feld oder seien von lokalen Einwohnern aufgenommen worden. Nach UN-Angaben trieb die jüngste Gewalt im rohstoffreichen Ostkongo rund 85.000 Menschen auf die Flucht in Anrainerstaaten.

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