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Kolumbiens Armee tötet bei Bombenangriff sieben Minderjährige

Präsident Gustavo Petro hatte den Militäreinsatz gegen eine Guerilla-Organisation angeordnet. Die Opposition kündigte einen Misstrauensantrag gegen den Verteidigungsminister an.

Bei einer Militäroperation gegen die linksextreme Guerilla-Organisation “FARC Dissidenten” sind laut kolumbianischem Verteidigungsministerium 20 Menschen getötet worden. Wie am Samstag (Ortszeit) bekannt wurde, kamen nach Angaben der Gerichtsmedizin bei der von Präsident Gustavo Petro angeordneten Bombardierung in der vergangenen Woche auch sieben minderjährige Kindersoldaten ums Leben. Oppositionspolitikerin Katherine Miranda (Grüne Allianz) kündigte daraufhin an, in der kommenden Woche einen Misstrauensantrag gegen Verteidigungsminister Pedro Sanchez ins Parlament einzubringen.

Petro hatte in der Vergangenheit die Vorgängerregierungen stets scharf kritisiert, wenn beim Einsatz von militärischer Gewalt gegen Guerilla-Gruppen auch Minderjährige zu Schaden kamen. Diese Praxis führte im Vorfeld der Wahlen 2022 zu landesweiten Protesten insbesondere unter der jungen Bevölkerung.

Petro gewann die Wahlen mit dem Versprechen, das Land befrieden zu wollen; allerdings ist sein Friedensprozess weitgehend gescheitert. Laut Verteidigungsministerium wurden die Opfer von der Guerilla rekrutiert. Die Verantwortung für die getöteten Minderjährigen liege daher bei den Guerillagruppen, die die Jugendlichen als Schutzschilder missbrauchten.

Kolumbiens Präsident steht wegen der wachsenden Macht der Drogenkartelle und der zunehmenden Koka-Anbaufläche in der Kritik. US-Präsident Trump wirft Petro vor, mit der Drogenmafia gemeinsame Sache zu machen, ohne allerdings Belege vorzulegen. Petro brach daraufhin die Zusammenarbeit mit dem US-Geheimdienst ab.

Zuvor hatte Petro auch die Zusammenarbeit mit Israel beendet. Der Kolumbianer wirft Tel Aviv vor, im Gazastreifen für einen Völkermord verantwortlich zu sein und palästinensische Kinder zu bombardieren. Seine Amtszeit läuft noch bis August 2026, im Mai stehen Präsidentschaftswahlen an. Aufgrund einer Amtszeitbegrenzung kann Petro nicht erneut kandidieren.

Die sogenannten FARC-Dissidenten – abtrünnige Kämpfer der 2016 befriedeten FARC-Guerilla – fühlen sich nicht an das vom damaligen Präsidenten und Friedensnobelpreisträger Juan Manuel Santos ausgehandelte Friedensabkommen mit der damals größten Guerilla-Organisation des Landes gebunden.