Auch in diesem Jahr geht die Weltklimakonferenz voraussichtlich in die Verlängerung. Vor dem Start der Beratungen im brasilianischen Belém zeichnete sich ab, dass die am 10. November eröffnete Konferenz vermutlich erst am Wochenende zu Ende geht, auch weil am Donnerstagnachmittag auf dem Konferenzgelände ein Feuer ausgebrochen war und die Verhandlungen für mehrere Stunden unterbrochen wurden.
Offiziell war der Abschluss der Konferenz bis Freitagabend geplant. Doch wie in den vergangenen Jahren zeichnete sich bislang keine Einigung auf ein Abschlussdokument ab, so dass längere Beratungen erwartet werden. Am Donnerstag rangen die Verhandler aus mehr als 190 Ländern noch um Einigungen zu Knackpunkten wie Klimafinanzierung und Maßnahmen zu ambitionierterem Klimaschutz. Auch ein gemeinsamer Fahrplan zur globalen Abkehr von fossilen Energien liegt auf dem Verhandlungstisch.
Klimakonferenz ringt um mutige Entscheidungen
Bundesumweltminister Carsten Schneider (SPD) sagte am Rande der Konferenz in Belém, die bisherigen Zusagen zur Reduktion der C02-Emissionen reichten nicht aus. Die Position Europas sei klar. „Wir wollen raus aus der Verbrennungstechnologie“, sagte Schneider dem Radiosender Bayern2. Nach 2050 solle kein Gas und Öl mehr genutzt werden.
UN-Generalsekretär António Guterres rief zu mutigen Entscheidungen auf. „Die Welt schaut zu“, sagte er in der brasilianischen Amazonasmetropole Belém. Jede Delegation müsse sich jetzt kompromissbereit zeigen, um einen ausgewogenen Deal zu ermöglichen.

Der deutsche Klimaforscher Mojib Latif äußerte sich skeptisch. „Das Ergebnis der Klimakonferenz wird wieder auf den kleinsten gemeinsamen Nenner hinauslaufen“, sagte er der in Düsseldorf erscheinenden Rheinischen Post. Die Erderwärmung bei 1,5 oder sogar nur deutlich unter 2 Grad Celsius zu begrenzen, sei mittlerweile utopisch.
Klimakonferenz betont Klimaschutz als Grundlage für Wohlstand
Um katastrophale Folgen zu verhindern, müsse Klimaschutz im Kreis der Industrienationen endlich als Wohlstandssicherung begriffen werden, sagte Latif. Er sprach sich dafür aus, Klimaschutz in kleineren Formaten wie den G20- oder G7-Runden voranzutreiben. „Da sitzen die großen Emittenten an einem Tisch“, sagte er.
Am Donnerstagnachmittag war auf dem Veranstaltungsgelände der Konferenz im Bereich der Länderpavillons ein Feuer ausgebrochen, die genaue Ursache war unklar. Das gesamte Gelände wurde evakuiert und durfte bis zum späten Abend nicht betreten werden. 13 Personen seien vor Ort wegen Rauchvergiftungen behandelt worden.
Feuerwehr gibt Gelände der Klimakonferenz nach Brand frei
Der vom Vorfall betroffene Bereich bleibe bis zum Ende der Konferenz COP 30 abgesperrt, hieß es weiter. Die Feuerwehr habe das Gelände inspiziert und für sicher befunden. Für den Donnerstagabend waren keine Plenarsitzungen mehr geplant.

Das UN-Klimasekretariat dankte allen Teilnehmern für ihre Kooperation, Geduld und ihr Verständnis: „Wir haben noch substanzielle Arbeit vor uns, und wir vertrauen darauf, dass die Delegierten in einem Geist der Solidarität und Entschlossenheit zu den Verhandlungen zurückkehren werden, um ein erfolgreiches Ergebnis für diese COP sicherzustellen.“
