Klassik Stiftung zeigt die Urzelle des Bauhauses

Anlässlich des 50. Todestages des Bauhäuslers Karl Peter Röhl (1890-1975) widmet sich die Klassik Stiftung Weimar ab Samstag in einer Sonderausstellung dessen Bedeutung für das frühe Weimarer Bauhaus. Es sei wenig bekannt, dass Röhl und die ihn umgebende Künstlergruppe großen Einfluss auf die Ausrichtung der in Gründung befindlichen Hochschule ausübten, sagte die Kustodin Bauhaus und Moderne der Stiftung, Ute Ackermann, am Freitag in Weimar. Röhl selbst habe sich als selbstbewusst als Urzelle des Bauhauses bezeichnet.

Weimars Oberbürgermeister und Vorstand der Karl-Peter-Röhl-Stiftung, Peter Kleine (parteilos), würdigte den Künstler als einen Menschen, dessen Offenheit und Gestaltungswillen den Weg für das Bauhaus erst möglich gemacht hätten. Wer die anhaltende Modernität des Bauhauses verstehen wolle, müsse sich mit Röhl beschäftigen.

Die Ausstellung im Bauhaus-Museum zeigt insgesamt 40 Exponate aus eigenen Beständen und Leihgaben. Sie beleuchtet dabei auch die Vielfalt der Weimarer Kunstszene im Übergang von der Großherzoglichen Kunstschule zum Bauhaus und damit im Spannungsfeld von Tradition und Avantgarde.

Geboren in Kiel, gehörte Röhl von 1919 bis 1921 zu den Schülern des Bauhauses. Anschließend wechselte er in Weimar an die neu gegründete Staatliche Hochschule für Bildende Kunst, blieb aber dem Bauhaus verbunden. Obwohl seit 1933 Mitglied der NSDAP, wurden 1937 über 40 seiner Werke als entartet aus öffentlichen Sammlungen entfernt. Nach 1945 kehrte er nach Kiel zurück und arbeitete freischaffend als Künstler und Dozent.

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