Die Klassik Stiftung Weimar hat mithilfe finanzkräftiger Unterstützer sieben Briefe von beziehungsweise an Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832) ersteigert. Insgesamt müsse hierfür ein mittlerer fünfstelliger Betrag an das Hamburger Auktionshaus überwiesen werden, sagte der Direktor des Goethe- und Schiller-Archivs, Christian Hain am Dienstag. Die Korrespondenz stamme aus einer privaten Sammlung, von der rund 60 Briefe angeboten worden seien.
Für die Forschung besonders wertvoll ist laut Klassik Stiftung ein Brief Goethes an seinen Verleger Friedrich Justin Bertuch (1747-1822). In dem Zweizeiler bat Goethe um Übersendung einer Anzeige des Verlagsprojekts der sogenannten „Blieskasteler Gelehrtenrepublik“. Laut Hain besteht sowohl zu dem Verlagsprojekt als auch zu dem Schreiben Forschungsbedarf. Der Brief sei der Forschung bislang unbekannt gewesen.
Passen musste die Stiftung bei zwei Briefen Goethes an Wilhelm (1767-1835) und Alexander von Humboldt (1769-1859). Sie wurden vermutlich an zwei private Sammler für zusammengerechnet mehr als 90.000 Euro verkauft.
Dafür konnte die Stiftung aus dem Umfeld Goethes weitere Schreiben ersteigern, darunter einen Brief seines Sekretärs Johann Peter Eckermann (1792-1854) oder von Goethes Enkel Walther (1818-1885). Alle Schreiben ergänzten die Sammlung von Goethes literarischem Nachlass, der 2001 ins Weltdokumentenerbe aufgenommen wurde, sagte Hain.
Goethe galt schon unter Zeitgenossen als Vielschreiber. Auf dem Kunstmarkt werden regelmäßig originale Handschriften von ihm angeboten.