Kirchliche Fastenaktionen mit Fernsehgottesdiensten eröffnet

Fastenzeit als Neubeginn: Beide Kirchen rufen zu Mitgefühl und Erneuerung auf – gegen Ausgrenzung, Ungerechtigkeit und Umweltzerstörung.
Kirchliche Fastenaktionen mit Fernsehgottesdiensten eröffnet
Die evangelische Fastenaktion wurde mit einem Fernsehgottesdienst in der St. Albanikirche in Göttingen gefeiert
epd-bild/Swen Pfoertner

Mit Fernsehgottesdiensten haben die beiden großen Kirchen ihre Fastenaktionen gestartet. Die Aktion „Sieben Wochen Ohne“ der evangelischen Kirche steht in diesem Jahr unter dem Motto „Mit Gefühl! Sieben Wochen ohne Härte“. Das katholische Hilfswerk Misereor stellt bei seiner Aktion unter dem Motto „Hier fängt die Zukunft an“ die Zukunftsperspektiven junger Menschen im globalen Süden und insbesondere die berufliche Bildung in den Mittelpunkt.

Fastenaktion: Bischof Meister ruft zu mehr Mitmenschlichkeit auf

Der hannoversche Landesbischof Ralf Meister sagte als Botschafter der Aktion „Sieben Wochen Ohne“ in seiner Predigt in einem ZDF-Fernsehgottesdienst aus der St.-Albani-Kirche in Göttingen, Fremdenfeindlichkeit, Mobbing auf Schulhöfen oder Hass in den sozialen Medien gehörten mittlerweile fast zum Alltag.

Evangelischer Bischof bei einer Predigt
Mit der evangelischen Fastenaktion „Sieben Wochen Ohne“ ruft Landesbischof Ralf Meister zu Mitgefühl und Verzicht auf (Imago/epd)

Der Limburger Bischof Georg Bätzing sagte in dem von der ARD übertragenen Eröffnungsgottesdienst in Hofheim am Taunus, die Zukunft sei nicht nur aufgrund der Ausbeutung der Erde und der Klimaerhitzung unsicher. „Wie ist das mit der Zukunft, wenn Präsidenten und Systeme Menschen ihrer Rechte und Chancen berauben?“, fragte er und betonte die Möglichkeit eines Neubeginns in Verbindung mit Gott.

Dagegen stehe die biblische Botschaft von Mitgefühl und Erbarmen. Sie widerspreche der gewohnten Logik von Macht und Härte: „Die kommenden sieben Wochen können eine Schule auf Zeit sein: eine Zeit, in der wir hören und uns in diese ungewohnte Haltung einüben.“

Misereor-Fastenaktion stärkt junge Menschen in Kamerun

Die Misereor-Fastenaktion verdeutlicht ihr Anliegen am Beispiel des zentralafrikanischen Landes Kamerun. Die Misereor-Partnerorganisation Codas-Caritas in der Hauptstadt Douala unterstütze junge Erwachsene auf ihrem Weg in ein selbstständiges Leben. Am 22. März werden in allen katholischen Kirchengemeinden Deutschlands für die Arbeit von Misereor Spenden gesammelt.

In den 40 Tagen bis Ostern erinnern sich Christen an das Leiden und Sterben Jesu. Der Verzicht auf Speisen und Getränke wie Fleisch und Wein oder auch auf den TV-Konsum gilt als Symbol der Buße und der spirituellen Erneuerung. In den sieben Wochen vor dem Osterfest nehmen sich viele Christinnen und Christen zudem mehr Zeit für Ruhe, Besinnung und Gebet. 

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