Die pfälzische Kirchenpräsidentin Dorothee Wüst hat die Protestantinnen und Protestanten angesichts der großen Herausforderungen der evangelischen Kirche zu einer „Reformation der Haltung“ aufgerufen. Ein „radikales Umdenken und Einlassen auf das, was ist“ sei nötig, sagte Wüst am Montagabend beim Neujahrsempfang des Landeskirchenrates der pfälzischen Landeskirche in Speyer. Die Kirche müsse angesichts wachsender Austritte, der Sorge um finanzielle Ressourcen und der Frage nach ihrer gesellschaftlichen Relevanz „raus aus der Schmollecke und rein in das Leben“, sagte sie.
Konsequenter als bisher müsse an einer Kirche gebaut werden, die der gesellschaftlichen Wirklichkeit entspreche. Viele Menschen, die „nichts mit Kirche und Glaube und Gott am Hut haben“ seien dennoch ansprechbar und öffneten sich durchaus, wenn Gott ihnen begegne, sagte die Kirchenpräsidentin. Ein Segen, ein gutes Wort, das über den Tag und das Leben hinausweise, könne offensichtlich ein „Türöffner zu den Herzen der Menschen“ sein.
Deshalb freue sie sich, dass im Frühjahr das „Segensbüro“ der Pfälzer Kirche in Speyer durchstarte, sagte Wüst. Dieses sei eine zentrale, niedrigschwellige Anlaufstelle, bei der die Kirche etwa bei Taufen, Konfirmationen, Hochzeiten und Beerdigungen individuell auf die Wünsche der Menschen eingehe. Mit dem in Projektgemeinden gestarteten Kommunikationsprojekt „Philippus“ wolle die Kirche zudem mit ihren Mitgliedern über digitale Wege direkt in Kontakt treten.