Die pfälzische Kirchenpräsidentin Dorothee Wüst hat Christinnen und Christen dazu ermuntert, „unerschrocken“ über die Botschaft von der Liebe Gottes zu den Menschen zu sprechen. Mit dieser habe die Kirche ein Alleinstellungsmerkmal in der Welt, sagte Wüst am Dienstag laut Redemanuskript in Speyer bei einer Feier anlässlich des 80. Geburtstages des pfälzischen Altkirchenpräsidenten Eberhard Cherdron. Rund 150 Gäste aus Kirche, Politik und Gesellschaft waren in der protestantischen Gedächtniskirche zusammengekommen.
„Wir müssen uns nicht durch Yoga beweisen oder christliche Kochkurse veranstalten“, sagte Wüst in ihrem Vortrag über die „Kirche für die Zukunft“. In einer krisenhaften Welt, die nur auf das Diesseits setze, stünden Christinnen und Christen „für etwas, das über uns hinausweist“, für „eine Hoffnung auf Ewigkeit“. Bleibende Aufgabe sei es, sich zuallererst an Jesus Christus zu orientieren. Dies gelte auch mit Blick auf den Priorisierungsprozess der Landeskirche, bei dem in den kommenden zwei Jahren alle Arbeitsfelder auf den Prüfstand kämen.
Ohne ehrenamtlich engagierte Menschen sei die Kirche „nichts, aber auch gar nichts“, betonte die Kirchenpräsidentin. Eine zukunftsfähige Kirche dürfe nicht beliebig sein, sondern offen für Menschen „jedweder Art, jedwedes Geschlechts, jedweden Milieus, jedweder Not“. Als „Gemeinschaft der Vielen“ suche diese nach Orientierung in einer demokratischen Gesellschaft, sagte Wüst.