Das neue Kirchenparlament der Evangelischen Landeskirche Anhalts ist am Freitag in Dessau-Roßlau erstmals zusammengetreten. Bei der konstituierenden Tagung der Landessynode stand unter anderem die Wahl des neuen ehrenamtlichen Präsidiums auf der Tagesordnung. Der bisherige Vorsitzende des Gremiums, der Jurist Christian Preissner (73), trat nicht erneut zur Wahl als Präses an. Als Nachfolger wählten die Synodalen den 60 Jahre alten Andreas Köhn aus Dessau-Roßlau.
In den vergangenen Wochen waren die neuen Mitglieder der 25. Legislaturperiode der Landessynode gewählt oder berufen worden. Köhn, der von Beruf Fachkraft für Arbeitssicherheit ist, gehört seit 1992 der Landessynode Anhalts an. Das Präsidium wird von zwei Beisitzern komplettiert. Gewählt wurden der Leiter des Landeskirchlichen Archivs, der promovierte Historiker Jan Brademann, und als theologische Beisitzerin Peggy Rotter, Landespfarrerin für die Arbeit mit Kindern, Jugendlichen und Familien.
Das neue Präsidium werde sich in den kommenden Wochen auch mit der Neuwahl eines Kirchenpräsidenten oder einer Kirchenpräsidentin befassen, hieß es. Der bisherige leitende Geistliche Joachim Liebig war zum 1. März in den Ruhestand getreten. Im vergangenen September scheiterten zwei Kandidaten für seine Nachfolge in allen drei Wahlgängen. Eine für März geplante Neuwahl wurde Ende Januar mangels Kandidaten erneut verschoben.
Oberkirchenrätin Franziska Bönsch gab als Landeswahlleiterin für die Gemeindekirchenratswahl der Landeskirche ihren Bericht vor den Synodalen ab. Die Wahl sei ordnungsgemäß durchgeführt worden, berichtete Bönsch.
Altpräses Christian Preissner sprach in seinem Bericht von einer geschwisterlichen Zusammenarbeit mit den angrenzenden Landeskirchen. Die kleinste Gliedkirche der EKD sei reformbedürftig und reformfähig. Die Selbstständigkeit der Landeskirche stehe derzeit nicht zur Disposition.
Preissner verabschiedete sich vor der neuen Synode mit dem Wunsch, die Kirchenmitglieder und die Medien mögen die ehrenamtliche Arbeit der Synode begleiten und dankte den bisherigen Synodalen und dem Synodenbüro. An die neue Synode gerichtet sagte er: „Gehen Sie frohgemut an die Arbeit, denn jetzt wird es ernst.“
Die Landessynode besteht aus verfassungsgemäß 39 Mitgliedern, von denen 33 in den fünf Kirchenkreisen der anhaltischen Kirche gewählt werden. Derzeit gibt es allerdings nur 38 Synodale, da in einem Kirchenkreis ein Kandidat ausgefallen sei, so Altpräses Preissner.
Insgesamt 25 Synodale gehören der Synode zum ersten Mal an. Weitere sechs Synodale wurden von der Kirchenleitung berufen. Die Amtszeit dauert sechs Jahre. Die Synode mit ehrenamtlichen und hauptamtlichen Mitgliedern entscheidet unter anderem über Gesetze und Verfassungsänderungen und beschließt den Haushalt der Landeskirche. Sie berät zudem über die Arbeit in der Landeskirche und legt deren Schwerpunkte fest.