Ein Jahr nach der Eröffnung des Amalie Nathan Hauses in Fürth sind 42 Kinder und Jugendliche betreut worden. Wie die Stiftung Kinderförderung von Playmobil, die den Bau des Kinderschutzhauses finanziell unterstützt hat, am Donnerstag mitteilte, waren alle von ihnen von Kindeswohlgefährdung betroffen. Die Altersspanne reichte vom einjährigen Kleinkind bis zu jungen Erwachsenen. „Wir haben in kurzer Zeit gezeigt, dass Kindesschutz besser funktioniert, wenn alle Institutionen unter einem Dach zusammenarbeiten – zum Wohl der Kinder“, sagte Dr. Florian Trini, Projektleiter des Kinderschutzhauses und Oberarzt am Klinikum Fürth, laut der Mitteilung.
Die Einrichtung zur ganzheitlichen Versorgung traumatisierter Kinder und Jugendlicher war im November 2024 eröffnet worden. Das Konzept dahinter ist, dass Kinder, bei denen der Verdacht besteht, dass sie Opfer sexuellen Missbrauchs, körperlicher oder seelischer Misshandlung oder von Vernachlässigung geworden sind, am selben Ort versorgt werden, an dem sie auch für die Strafverfolgungsbehörden befragt werden. Mehrfache Untersuchungen und wiederholte Befragungen führten nachweislich zu einer Zunahme von Belastungsstörungen bei den Betroffenen, so die Mitteilung weiter.
Im Amalie Nathan Haus arbeiten unter einem Dach Polizei, Staatsanwaltschaft, Justiz, Medizin und Jugendhilfe Hand in Hand. Durch eine audiovisuelle Vernehmungseinheit sei es der Polizei und den Gerichten möglich, Anhörungen und Vernehmungen in kindgerechter Umgebung durchzuführen und die Anzahl signifikant zu reduzieren. Laut Trini werde diese Option regelmäßig genutzt. (3556/13.11.2025)