Helme Heine stirbt mit 84 Jahren: Vom “Elefanteneinmaleins” bis “Freunde” – er setzte Maßstäbe im Kinderbuch. Und der Künstler scheute sich auch nicht, Kritik an Kirche, Gesellschaft und Politik zu üben.
Der international bekannte Bilderbuch-Künstler Helme Heine ist tot. Er starb am 20. November im Alter von 84 Jahren in Russell in Neuseeland, wie die Beltz-Verlagsgruppe und der Carl-Hanser-Verlag am Freitag in Weinheim mitteilten. Heine sei einer der erfolgreichsten Kinderbuch-Autoren im deutschsprachigen Raum gewesen. Mit dem 1982 erschienenen Buch “Freunde” habe er einen Klassiker geschaffen, der bis heute aufgelegt wird. Heines von Zusammenhalt, Freundschaft und einem zugewandten Blick auf das Miteinander erzählenden Werke wurden demnach in 35 Sprachen übersetzt und millionenfach verkauft.
Die Beltz-Verlagsleiterin Kinderbuch, Petra Albers, würdigte Heine als inspirierenden Künstler und außergewöhnlichen Menschen. “Wir mussten nicht immer gleicher Meinung sein, um gemeinsam etwas Neues zu planen, die Auseinandersetzung darüber hat Freude gemacht”, sagte sie. Jede Begegnung mit ihm sei besonders gewesen. Seine freie Sichtweise auf das Leben und sein unermüdliches Schaffen würden fehlen.
Heine lebte zuletzt in Neuseeland. Geboren wurde er im April 1941 als Helmut Heine im Berlin der NS-Zeit. Er studierte Wirtschaftswissenschaften und Kunst und ging in den 1960er Jahren auf Reisen durch Europa und Asien. 1976 begann nach Angaben des Verlags seine internationale Karriere mit dem Bilderbuch “Elefanteneinmaleins”, gefolgt von “Na warte, sagte Schwarte”.
Für sein Schaffen erhielt er zahlreiche Auszeichnungen, darunter den Europäischen Jugendbuchpreis, die Ehrung “Schönste deutsche Bücher” und den Großen Preis der Deutschen Akademie für Kinder- und Jugendliteratur.
In einigen Aquarellen befasste sich Heine auch kritisch mit der Kirche. So tanzt in “Der Pakt” der Teufel mit einem Bischof. Der Künstler setzte sich in seinen Werken auch kritisch mit gesellschaftlichen und politischen Themen auseinander.
Seine Kunst behandelte etwa Rassismus, Behinderung und Naturschutz. Die “Letzte Axt im Wald” etwa zeigt lediglich Baumstümpfe – in einem steckt eine Axt, auf einem anderen steht vereinsamt ein Vogel.