Es gibt ein Ritual in Kiel. Die Norddeutschen falten am 6. August Lotosblüten im zentralen Hiroshimapark. Versehen mit einem Licht, lassen sie die Papierblüten in der Abenddämmerung auf dem Kleinen Kiel schwimmen. Für Andreas Zeddel ist das eine Fürbitte. „Die Blüten stehen für die Seelen der Opfer der Atombombenabwürfe“, sagt er.
Andreas Zeddel gehört zum Gesprächskreis für christliche Friedensarbeit in Kiel. Die Gruppe ist Mitglied des Arbeitskreises Städtesolidarität, der die Gedenkveranstaltung organisiert, seit Kiel 1986 den Appell von Hiroshima und Nagasaki „Mayors for Peace“ beigetreten ist. „Das war mitten in der ‚Nachrüstungsdebatte‘“, erinnert sich Benno Stahn vom Zusammenarbeitsausschuss der Friedensbewegung Schleswig-Holstein. Damals gab es dafür eine Unterschriftenaktion in der Landeshauptstadt. „Es geht uns um die Erinnerung daran, welch unermessliches Leid Atomwaffen verursachen. Ihre Zerstörungskraft soll bewusst werden“, sagt Andreas Zeddel.

