Schluss mit Diskriminierung? Ein katholischer Bischof will ein Umdenken seiner Kirche in Sachen Geschlechtervielfalt und mehr Akzeptanz für queere Menschen. Er fordert Veränderungen in der Glaubenslehre.
Der katholische Queer-Beauftragte Ludger Schepers fordert von seiner Kirche mehr Akzeptanz von Geschlechtervielfalt. Es gebe etwas zwischen männlich und weiblich, sagte der Essener Weihbischof im Interview der Westdeutsche Allgemeine Zeitung (WAZ) am Donnerstag in Essen. “Der umfassendere Begriff ist für mich der Mensch, und ob der trans, bi oder was auch immer ist, ist sekundär.” Schepers ist erster Beauftragte für queere Seelsorge der Deutschen Bischofskonferenz.
Als Queer-Beauftragter sensibilisiert er die Kirche zum Beispiel für schwule, lesbische und transsexuelle Menschen. “Auch sprachlich, sodass es keine Diskriminierung dieser Personen mehr gibt”, so der 71-Jährige. So würden Fachkräfte in katholischen Kitas oder Priester darauf vorbereitet, wie sie gleichgeschlechtlichen Paaren oder Transmenschen begegnen.
Schepers stellte Aussagen im Katechismus der katholischen Kirche infrage, der homosexuelle Handlungen als Sünde bezeichnet. Das Buch der katholischen Glaubenslehre sei nicht unveränderlich. Dinge hätten ihre Zeit und ihre Zeitgeschichte – und nicht jede Änderung bedeute gleich eine Anpassung an den Zeitgeist. “Sondern sie ist notwendig, um die Botschaft in unserer heutigen Zeit zu leben, so wie Jesus es gewollt hätte”, sagte der Bischof.