Kasse: Krankenstand im Einzelhandel steigt auf Höchstwert

Wachsende Belastung: Der Einzelhandel kämpft mit so vielen Ausfällen wie nie. Vor allem psychische Erkrankungen sorgen für viele Fehltage.

Beim Personal im Einzelhandel hat der Krankenstand laut der AOK Rheinland/Hamburg einen Höchststand erreicht. Im vergangenen Jahr waren täglich 7,14 Prozent der Beschäftigten arbeitsunfähig, wie die Krankenkasse am Donnerstag mitteilte. 2023 lag der Anteil bei 7,11 Prozent und vor zehn Jahren bei 5,28 Prozent. Das zur AOK gehörende Institut für Betriebliche Gesundheitsförderung wertete Daten von über 100.000 versicherten Beschäftigten im Einzelhandel aus.

Besonders stark nahmen den Angaben zufolge Fehltage aufgrund psychischer Erkrankungen zu. Im vergangenen Jahr war deshalb jede oder jeder Beschäftigte im Schnitt 5,7 Tage arbeitsunfähig - so viele wie noch nie. 2023 lag der Wert bei 5,4 Tagen, 2020 bei 4,6 Tagen. Vor zehn Jahren waren es 3,9 Tage, fast 50 Prozent weniger als heute.

Als Gründe nannte die AOK unter anderem eine hohe psychische Belastung durch intensiven Kundenkontakt, Personalmangel sowie Sorgen um den Arbeitsplatz. Hinzu kämen Kostendruck und der zunehmende Wettbewerb durch den Onlinehandel.

Trotz des Höchststands von 7,14 Prozent bleibt der Krankenstand im Einzelhandel laut AOK weiterhin leicht unter dem Durchschnitt aller Branchen. Bei den Versicherten der AOK Rheinland/Hamburg lag dieser 2024 bei 7,18 Prozent. Ein möglicher Grund sei, dass die Beschäftigten im Einzelhandel mit durchschnittlich 37,7 Jahren deutlich jünger seien als im Gesamtdurchschnitt von 41 Jahren.

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