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Kampf gegen Enkeltrick: Saar-Minister zieht positive Zwischenbilanz

Der saarländische Innenminister Reinhold Jost (SPD) hat die Bedeutung der Präventionsarbeit im Kampf gegen Schockanrufe und den Enkeltrick betont. Die Menschen seien aufmerksamer geworden, hörten hin und griffen ein, erklärte er am Dienstag in Saarbrücken mit Blick auf die 2023 gestartete Kampagne gegen solche Betrugsanrufe. So lag die Zahl der Fälle von Enkeltricks, Gewinnversprechen und falschen Amtsträgern dem Innenministerium zufolge 2022 bei 3.835, zuletzt im Jahr 2024 bei 1.932. Auch die Zahlen für das noch laufende Jahr zeigten bisher einen weiteren Rückgang.

In den vergangenen Jahren habe das Innenministerium rund 70.000 Enkeltrick-Broschüren, 120.000 Enkeltrick-Zeitungen und etwa 300 Informationsveranstaltungen für Seniorinnen und Senioren angeboten. Zudem seien drei Theaterszenen entstanden, die bei Vorträgen gezeigt würden, hieß es. Seit diesem Jahr liege ein zusätzlicher Fokus auf die jüngere Generation unter dem Titel „Dein Erbe in Gefahr!“. Dazu gebe es bereits Kurzfilme, im Dezember würden noch Postkarten in mehr als 300 Kneipen im Saarland verteilt.

Das klassische Profil der potenziellen Opfer seien Menschen über 60 Jahre mit alt klingenden, deutschen Vornamen, berichtete Jost. Häufig würden sie über Telefonbücher gesucht. Jost appellierte erneut an die Menschen, Unbekannten weder Geld noch Wertsachen zu übergeben. Polizei oder Staatsanwaltschaft würden dies niemals verlangen. Wer solche Anrufe erhalte, solle einfach auflegen, betonte Jost. „Das hat nichts mit schlechten Manieren zu tun.“ Vielmehr sollten Betroffene sich direkt selbst an die Polizei wenden.