Um Kakaobauern in Westafrika verlässliche Einkommen zu sichern, hat Fairtrade ein Living Income Programm gestartet. Es soll dazu beitragen, die Einkommenslücke zu einem existenzsichernden Einkommen zu schließen, erklärte der Verein Fairtrade Deutschland am Donnerstag in Köln. Partner des Programms „Grow Further“ verpflichten sich, den Farmern festgelegte Mindestpreise und eine Prämie zu zahlen. Ein Investitionsbeitrag soll zudem die Produktivität von Kakao-Kooperativen steigern und weitere Aktivitäten ermöglichen. Erster deutscher Partner ist den Angaben zufolge Lidl.
Bis zu zehn Farmergemeinschaften in Ghana und der Elfenbeinküste werden laut Fairtrade davon profitieren. Ein existenzsicherndes Einkommen gehe über die Produktionskosten hinaus und ermögliche den Familien Ausgaben für Ernährung, Wohnen, Gesundheit und Bildung sowie Rücklagen bilden und ihren Betrieb weiterentwickeln zu können. Viele Akteure formulierten existenzsichernde Einkommen als Ziel, erklärte der Verein. Mit dem Programm wolle Fairtrade nun konkrete Instrumente zur Umsetzung bereitstellen.
Prekäre Bedingungen
Viele Kakaobäuerinnen und -bauern in Ghana und der Elfenbeinküste lebten unter prekären Bedingungen, erklärte die Organisation. Niedrige Einkommen seien nicht nur schlecht für die Bauernfamilien, sie erschwerten auch Investitionen in nachhaltige Anbaumethoden, begünstigten ausbeuterische Kinderarbeit und erhöhten den Druck auf Wälder. Zu niedrige Einkommen gefährdeten „nicht nur Menschenrechte, sondern auch die langfristige Verfügbarkeit von Kakao“, sagte Claudia Brück aus dem Vorstand von Fairtrade Deutschland.
