Hannover/Köln. Die Verzögerungen bei der Aufklärung von Missbrauchsfällen im Erzbistum Köln und das Verhalten des Kölner Kardinals Rainer Maria Woelki schaden nach Ansicht der Theologin Margot Käßmann auch der evangelischen Kirche in Deutschland. "Leider muss ich sagen, es schadet der Kirche insgesamt", sagte die frühere EKD-Ratsvorsitzende und ehemalige hannoversche Landesbischöfin im Podcast "Die Wochentester" von "Kölner Stadt-Anzeiger" und "RedaktionsNetzwerk Deutschland". Der Vertrauensverlust treffe auch die evangelische Kirche.
"Ich weiß gar nicht, wie dieser Vertrauensverlust wieder gutzumachen ist", sagte Käßmann. "Das wird ungeheuer schwierig sein." Dieser Missbrauchsskandal sei "bitter", nicht nur für die römisch-katholische Kirche und für "viele wackere Katholikinnen und Katholiken, die ich kenne", sondern auch für die Protestanten, erklärte die Theologin. Auch früher seien schon Menschen wegen Äußerungen des Papstes aus der evangelischen Kirche ausgetreten. "Da differenzieren viele nicht mehr."

