Kabarettist Springer verreist nie ohne Pater-Rupert-Mayer-Bild

Es gibt immer einen anderen Weg

Unter den Kabarettisten gibt es nur wenige, die dazu stehen, Mitglied der katholischen Kirche zu sein. Der Münchner Christian Springer ist einer davon. Er verehrt besonders den Münchner Sozialapostel Rupert Mayer.

Der Münchner Kabarettist Christian Springer erhielt 2015 die Pater-Rupert-Mayer-Medaille in Gold vom Diözesanverband der Caritas München und Freising. Der Künstler, der mit seinem Verein Orienthelfer seit über zehn Jahren Menschen in konfliktreichen Regionen wie Syrien, Jemen und dem Libanon Hilfsprojekte unterstützt, hat eine persönliche Beziehung zu dem Jesuiten, der den Nationalsozialisten die Stirn bot und dafür auch im KZ saß. Die Katholische Nachrichten-Agentur (KNA) sprach mit dem 61-jährigen Katholiken darüber, was ihn mit dem Seligen (1876-1945) verbindet.

Frage: Herr Springer, was schätzen Sie an Pater Rupert Mayer?

Antwort: Pater Rupert Mayer wurde im Ersten Weltkrieg schwer verletzt und verlor ein Bein. Und dennoch kletterte er danach in München in die höchsten Dachgeschosse hinauf, um Armen zu helfen, die dort hausen mussten. Er stellte sich selbst immer in den Dienst von anderen. Ganz ohne Faulhaber-Pomp. Doch am meisten hat mich immer beeindruckt: seine Standhaftigkeit gegen die Nazis. Haft, Verhöre und Predigtverbot konnten ihn nicht aufhalten. Er widerstand der Gestapo und den Denunzianten ohne Wenn und Aber. Dass er die Nazis überlebt hat, ist ein Wunder.

Frage: Woher kommt Ihr Bezug zu ihm?

Antwort: Meine Großtante, die mich neben meinen Eltern großgezogen hat, kannte ihn sehr gut. Mein Onkel ministrierte bei ihm, und mein Vater erinnerte sich, dass er ihn hinter der Michaelskirche "in der Zelle" besuchte. Er ist quasi unser Familienheiliger. Ein Gebetbildchen von Pater Rupert Mayer liegt immer in meinem Reisepass. Keine Reise ohne ihn.

Fragen: Gehen Sie, wenn Sie in der Innenstadt sind, gerne an sein Grab?

Antwort: Immer. Kein Gang durch die Fußgängerzone, ohne bei ihm kurz einzubiegen.

Frage: Wie kann uns dieser Selige heute Vorbild sein?

Antwort: Ich selbst kann mit dem Wort "Vorbild" wenig anfangen. Bringt es was, ihm nachzueifern? Aber man sollte seine Geschichte kennen. Daran sieht man nämlich, dass es immer einen "anderen" Weg gibt als die ausgetretenen Pfade. Und dass der Mut, es anders zu machen, auch in der Diktatur, nicht immer in der Vernichtung endet. Und man sieht, dass die Unterstützung von Bedürftigen immer geht, auch wenn's schwierig ist. Daraus kann man lernen.

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