Wie Böden als Lebensgrundlage von Menschen, Tieren und Pflanzen in den vergangenen 500 Jahren bestellt und ausgebeutet wurden, zeigt ab Samstag die Ausstellung „Grund und Boden“ im Museum K 21 der Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen in Düsseldorf. „Boden verbindet und Boden trennt“, sagte Kurator Kolja Reichert am Donnerstag. Auf vier Etagen präsentiert die Schau einen künstlerischen Blick auf Produktionsmethoden der Landwirtschaft sowie Kriege und Gewalt, die mit der Eroberung des Agrarlandes einhergehen.
Zu sehen sind Arbeiten von 34 internationalen Künstlerinnen und Künstlern sowie von Kollektiven. Ein auf 20 Metern Stoff aufgezogenes Bild des niederländischen Malers Pieter Bruegel aus dem Jahr 1562 stellt dar, wie der Tod Menschen ungeachtet ihrer Herkunft oder Leistung niedermäht. „Im 16. Jahrhundert entbrannte in Europa Gewalt in bis dahin ungekanntem Ausmaß, ähnlich wie wir es im 20. Jahrhundert und heute erleben“, sagte Kurator Reichert.
Wie Böden in Monokulturen ihre Kraft und Fruchtbarkeit verlieren, zeigen Arbeiten von Künstlerinnen und Künstlern aus dem Kongo. Ihre christlichen Motive wie Kreuzigung und Geburt sind aus Schokolade geformt. Von dem Düsseldorfer Fotografen Andreas Gursky stammt ein Bild vom Kampf gegen den Braunkohletagebau in Lützerath. In der Fotografie eines kahlen Waldes sind die Farben des Himmels gelöscht, um zu verdeutlichen, dass Arbeiter, Polizistinnen und Polizisten sowie Protestierende dasselbe graue Schicksal erwartet, wenn die Böden zerstört werden.
Die Ausstellung ist bis zum 19. April zu sehen.