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Justizminister: Rückgang bei Verurteilungen wegen Cannabisgesetz

Im vergangenen Jahr sind fast 110.700 Menschen von den bayerischen Strafgerichten rechtskräftig verurteilt worden. Wie das bayerische Justizministerium mitteilte, sei dies ein Rückgang von 2,7 Prozent gegenüber 2023. Vor allem im Bereich der Rauschgiftdelikte sei die Zahl der Verurteilungen innerhalb eines Jahres um 38,5 Prozent gesunken. Grund dafür sei die Teillegalisierung von Cannabis. „Das ist aber kein Grund zur Entwarnung“, sagte Justizminister Georg Eisenreich (CSU): Das Cannabisgesetz lasse weiter den Schwarzmarkt florieren, fördere schwere Drogenkriminalität und gehöre deshalb abgeschafft.

Die große Zahl der Verurteilten sei 2024 wie in den Vorjahren männlich gewesen. Der Anteil der Straftäterinnen lag bei 17,3 Prozent. Rund 6.300 Verurteilte seien Heranwachsende zwischen 18 und 21 Jahren gewesen, ein Rückgang von 15,2 Prozent. Jugendlich seien 4.300 der Verurteilten gewesen (minus 3,4 Prozent). Der Trend zu immer jüngeren Intensivtätern hält laut Ministerium weiter an. 931 Jugendliche seien bayernweit wegen Straftaten der Gewaltkriminalität verurteilt worden – ein Plus von 21,7 Prozent gegenüber 2023. Die Zahl der Verurteilungen wegen Hass und Hetze erreichte mit 402 (plus 345 Prozent) einen neuen Höchststand.

Der Anteil an Verurteilten mit nicht-deutscher Staatsangehörigkeit habe bei 49,3 Prozent gelegen – 2015 habe die Quote noch 34,3 Prozent betragen. Ziehe man sämtliche Straftaten nach dem Asyl-, Aufenthalts- und dem Staatsangehörigkeitsgesetz ab, liege der prozentuale Anteil der Nicht-Deutschen an allen Verurteilten bei 47,4 Prozent. Auch im Justizvollzug sei der Ausländeranteil von 2015 bis 2025 von damals 35,5 Prozent auf nun 51,5 Prozent gestiegen. (3804/03.12.2025)