Juliane Danz ist neue weltliche Oberkirchenrätin der Evangelischen Kirche der Pfalz. Die Landessynode wählte die 38-jährige Finanzwirtin am Donnerstag bei ihrer Tagung in Speyer mehrheitlich im dritten Wahlgang. Danz, die in Weisenheim am Sand lebt, wird für das gesamte Finanz-, Verwaltungs- und Bauwesen der Landeskirche zuständig sein. Sie wird Nachfolgerin der langjährigen Finanzdezernentin Karin Kessel (66), die zum 30. November offiziell in den Ruhestand geht.
Die Kirchenregierung hatte der Landessynode als weitere Kandidatinnen die Betriebswirtin Zoé Inci Morgenstern aus Mannheim und die Juristin Annette von Pogrell aus dem niedersächsischen Celle zur Wahl vorgeschlagen.
Sie wolle eine „Botschafterin der Transformation“ in der Landeskirche sein, sagte Danz in ihrem Vorstellungsgespräch. Dabei wolle sie einen Ausgleich „zwischen Bewahren und mutigem Verändern“ finden. „Kirche muss sich wandeln und kann sich dabei treu sein“, sagte Danz. Ein Wandel sei finanziell notwendig, doch müssten neue Strukturen auch die Menschen erreichen.
#Oberkirchenrätin Kessel war erste Frau im Speyerer Landeskirchenrat
Die scheidende Oberkirchenrätin Kessel war fast 40 Jahre lang im Dienst der Pfälzer Kirche. Seit 1998 gehörte die Juristin als erste Frau dem Landeskirchenrat, dem Leitungsgremium der Landeskirche in Speyer, an. Kessel gilt als kompetente Finanzexpertin, die die Pfälzer Kirche in ihrem Reformprozess leitet.
Oberkirchenrätinnen und Oberkirchenräte werden in der pfälzischen Landeskirche für sieben Jahre gewählt, eine Wiederwahl ist möglich. Sie leiten die einzelnen Dezernate des Speyerer Landeskirchenrates, der obersten Behörde der Landeskirche. Den Vorsitz im Kollegium führt derzeit Kirchenpräsidentin Dorothee Wüst.