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Jugendkriminalität in NRW sinkt: Reul besorgt über Gewaltdelikte

Die Jugendkriminalität in Nordrhein-Westfalen ist im vergangenen Jahr deutlich gesunken. Die Zahl der jungen Tatverdächtigen unter 21 Jahren sei um 7,4 Prozent auf 99.984 zurückgegangen, berichtet die „Rheinische Post“ (Montag) mit Verweis auf das noch unveröffentlichte Lagebild zur Jugendkriminalität in NRW. Im Vorjahr seien noch 107.962 junge Tatverdächtige erfasst worden. Auch im Zehnjahresvergleich sei der Wert 2024 deutlich gesunken: Verglichen mit 2015 sei die Zahl der U21-Tatverdächtigen um 6,1 Prozent zurückgegangen.

Ausnahmen gibt es laut NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) allerdings bei Gewaltdelikten. „Hier kann keine Entwarnung gegeben werden“, sagte er der „RP“. „Auch wenn die Gesamtzahlen sinken, gibt es speziell bei den weiblichen Tatverdächtigen einen steigenden Trend.“ So sei der Anteil der Frauen und Mädchen unter den U21-Tatverdächtigen in den vergangenen zehn Jahren von 26,3 Prozent im Jahr 2015 auf nun 28 Prozent gestiegen. Auch bei der Zahl der Körperverletzungen gebe es insgesamt ein Plus: 2024 seien 27.705 solcher Taten von jungen Menschen erfasst worden und damit 2,5 Prozent mehr als 2023.

Etwa an knapp einem Fünftel (18,5 Prozent) aller aufgeklärten Straftaten in NRW seien 2024 Tatverdächtige unter 21 Jahren beteiligt gewesen, berichtet die „Rheinische Post“. Insgesamt handele es sich dabei größtenteils um Drogendelikte, Körperverletzungen, Ladendiebstähle sowie Sexualdelikte – vor allem um kinderpornografische Inhalte. Zudem würden mehr Lehrer in Schulen attackiert: Laut dem Bericht seien im vergangenen Jahr 837 Lehrkräfte als Opfer erfasst worden, ein Plus von rund 33 Prozent im Vergleich zu 2023.