Das Jüdische Museum Berlin präsentiert ab 27. November in einer Sonderausstellung erstmals das Audio-Archiv zum Dokumentarfilm „Shoah“ des französischen Journalisten und Filmemachers Claude Lanzmann (1925-2018). Die Aufnahmen dokumentierten die zahlreichen Gespräche, die Lanzmann und seine Mitarbeiterinnen in den 1970er Jahren vor Beginn der Dreharbeiten führten, teilte das Museum am Donnerstag in Berlin mit.
Der 1985 veröffentlichte und mehr als neun Stunden lange Film hat in den vergangenen Jahrzehnten maßgeblich die Wahrnehmung des Massenmordes an den europäischen Juden geprägt. Die Dokumentation verzichtete dabei auf historisches Bildmaterial. Anlass der Ausstellung „Claude Lanzmann. Die Aufzeichnungen“ ist der 100. Geburtstag Lanzmanns in diesem Jahr.
Das Audio-Archiv umfasst den Angaben zufolge mehr als 220 Stunden Tonmaterial. Das Museum hat die 152 Audiokassetten digitalisiert und die Audiomitschnitte transkribiert. Mit Ausstellungsbeginn sollen erste Aufnahmen mit deutschen und englischen Übersetzungen in einer Online-Edition zugänglich sein. Die Sammlung Lanzmann zählt seit 2023 gemeinsam mit dem Film „Shoah“ zum Unesco-Weltkulturerbe.
In der Ausstellung können Besucher an Hand ausgewählter Originalaufnahmen den Recherchen Lanzmanns folgen. Mit Kopfhörer können sie sich dabei frei im Raum bewegen. Auf Monitoren erscheinen zudem Übersetzungen der Gespräche mit Holocaust-Überlebenden, Tätern und Dritten. Die Ausstellung ist bis zum 12. April zu sehen.