Der Deutsche Journalisten-Verband fordert mehr Medienbildung an Schulen. Hintergrund ist die neue Mitte-Studie, die unter Jugendlichen doppelt so viele rechtsextreme Einstellungen wie im Durchschnitt feststellt.
Der Deutsche Journalisten-Verband (DJV) will die Themen Medien und Journalismus besser in den Lehrplänen der allgemeinbildenden Schulen verankert wissen. Der DJV reagiert damit auf die sogenannte Mitte-Studie der SPD-nahen Friedrich-Ebert-Stiftung, die unter anderem bei jungen Menschen doppelt so viele Befürworter rechtsextremistischer Positionen ausmacht wie in der Gesamtgesellschaft.
Als Grund nennt die am Donnerstag vorgestellte Studie die Dauerinfiltration mit rechten Parolen und Fake News in den Sozialen Netzwerken. “Es ist deshalb unverzichtbar, dass die Medien- und Nachrichtenkompetenz der Jugendlichen gestärkt wird”, sagte der DJV- Bundesvorsitzende Mika Beuster; “das geht nur über die Schulen.” Die Fähigkeit, zwischen Desinformation und recherchierten Fakten zu unterscheiden, sei nicht angeboren, sondern müsse vermittelt werden. Bei der Stärkung der Medienkompetenz komme “den Lehrkräften eine Schlüsselrolle zu”, so Beuster.
In Deutschland gibt es ein Schulfach “Medien” bislang nur im Bundesland Thüringen. Hier wurde mit dem Schuljahr 2024/25 das neue Fach Medienbildung und Informatik (MBI) eingeführt, das an allen Schulen verpflichtend ab der 5. Klasse unterrichtet wird. Das Fach ersetzt die frühere Medienkunde, die zuvor – wie in den meisten Bundesländern weiter üblich – in andere Fächer wie Deutsch, Politik oder Gesellschaftskunde integriert war.
Die repräsentativen “Mitte-Studien” ermitteln für die Friedrich-Ebert-Stiftung alle zwei Jahre Verbreitung, Entwicklung und Hintergründe rechtsextremer, menschenfeindlicher und antidemokratischer Einstellungen in Deutschland. Die diesjährige Ausgabe unter dem Titel “Die angespannte Mitte” blickt auf die Normalisierung von Rechtsextremismus und aktuelle Entwicklungen in Zeiten globaler Verunsicherungen.