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Jordanien wirft Israel Beschuss von Feldkrankenhaus in Gaza vor

Jordanien hat Israel vorgeworfen, ein jordanisches Feldkrankenhaus im Gazastreifen beschossen und mindestens sieben Mitarbeiter verletzt zu haben. Das Krankenhaus und seine Mitarbeiter durch Bombardierung zu gefährden, sei “ein unerträgliches und bedauerliches Verbrechen und ein eklatanter Verstoß gegen das Völkerrecht”, erklärte ein Sprecher des Außenministeriums laut einem Bericht der staatlichen jordanischen Nachrichtenagentur Petra von Mittwochabend.

Die Regierung wolle eine Untersuchung der jordanischen Armee abwarten, bevor sie über geeignete rechtliche und politische Schritte berate. Der Sprecher forderte die internationale Gemeinschaft laut Bericht auf, israelische Kriegsverbrechen im Gazastreifen und gegen palästinensische Krankenhäuser unmissverständlich zu verurteilen. Israel müsse als Besatzungsmacht seinen Verpflichtungen aus dem Völkerrecht nachkommen.

Unter Berufung auf offizielle Kreise berichtete die Nachrichtenagentur, der israelische Angriff auf das Feldkrankenhaus sei Teil einer israelischen Kampagne gegen alle Krankenhäuser im Gazastreifen. Jordanien solle damit unter Druck gesetzt werden, die medizinische Versorgung dort einzustellen,

Auch Katar und Ägypten verurteilten laut Petra den Zwischenfall. Das Außenministerium in Katar erklärte Jordanien demnach volle Solidarität bei allen politischen und rechtlichen Schritten. Ägypten forderte die internationale Gemeinschaft auf, ein Ende dieser Verstöße und die strafrechtliche Verfolgung der Verantwortlichen zu fordern.

Angaben der israelischen Armee zu Luftangriffen in dem betreffenden Gebiet gab es zunächst nicht. Armeesprecher Daniel Hagari warf der Hamas am Mittwochabend erneut vor, Krankenhäuser für terroristische Aktivitäten genutzt zu haben. Die Entdeckungen der israelischen Armee im Al-Schifa- und im Rantisi-Krankenhaus in Gaza “beweisen eindeutig, dass die Krankenhäuser für Terrorzwecke militärisch genutzt wurden, was gegen das Völkerrecht verstößt”.

Die israelische Armee war nach eigenen Angaben am Dienstagabend auf das Gelände des Al-Schifa-Krankenhauses vorgedrungen und setzte dort ihre militärische Operation fort. Gleichzeitig habe man medizinische Ausrüstung und Babynahrung an das Krankenhaus geliefert. In dem Krankenhaus hätten sich nach bisherigen Erkenntnissen nach den Anschlägen vom 7. Oktober etwa 200 Hamas-Terroristen versteckt, “mörderische Terroristen, die an dem schrecklichen Massaker beteiligt waren”.