Joanna Warsza wird zum Oktober dieses Jahres Hamburgs neue Stadtkuratorin. Die international renommierte Kuratorin soll in den kommenden fünf Jahren die Kunst im öffentlichen Raum weiterentwickeln und mit künstlerischen Projekten Diskussionen zu städtischen und gesellschaftlichen Fragestellungen anstoßen, wie die Kulturbehörde am Montag mitteilte. „In den gegenwärtigen angespannten politischen Zeiten glaube ich besonders daran, dass Kunst uns hilft, Isolation und Spaltung zu überwinden“, sagte Warsza, die 1976 in Warschau geboren wurde. Zu ihren Stationen als Kuratorin zählen der zuletzt eröffnete Kunstparcours am Gropius Bau „Radical Playgrounds“, der polnische Pavillon bei der 59. Biennale in Venedig sowie der georgische Pavillon der 55. Ausgabe und die 7. Berlin Biennale.
Mit Warsza haben die Kulturbehörde und Kunsthaus Hamburg das experimentelle Hamburger Stadtkuratorin-Programm neu aufgesetzt und auf eine Amtszeit von fünf Jahren angelegt. Ziel sei, das Programm langfristig zu verstetigen. „Joanna Warsza bringt ideale Voraussetzungen mit, um der Kunst im öffentlichen Raum in Hamburg neue Impulse zu geben“, sagte Kultursenator Carsten Brosda (SPD). In ihrer Arbeit zeige sie ein großes Interesse an der politischen und sozialen Funktion von Kunst außerhalb konventioneller Galerieräume.
Im Rahmen des Programms seien durch temporäre oder dauerhafte Kunstwerke und Projekte sowie kuratierte Ausstellungen immer wieder aktuelle gesellschaftliche Themen sichtbar gemacht und in öffentliche Debatten eingebracht worden, hieß es. Kunst im öffentlichen Raum Hamburgs soll so mehr Beachtung erfahren und stärker in die Stadtgesellschaft wirken. Joanna Warsza folgt als Stadtkuratorin auf Dirck Möllmann (2016 bis 2019) und Sophie Goltz (2013 bis 2016).