Den Feldhasen geht es dem hessischen Landesjagdverband zufolge wieder etwas besser: Seit einigen Jahren nehmen die Bestände zu, wie die Biologin beim Landesjagdverband, Nadine Stöveken, am Montag dem Evangelischen Pressedienst (epd) sagte. In den hessischen Spitzenrevieren lebten mehr als 120 Feldhasen pro hundert Hektar. Diese Gebiete liegen vor allem in der Wetterau, im Raum Groß-Gerau und im Schwalm-Eder-Kreis.
Gründe seien die für Hasen guten klimatischen Bedingungen der vergangenen Jahre, außerdem Verbesserungen der Lebensräume sowie Bejagung von Beutegreifern wie Fuchs, Waschbär und Rabenkrähe. Eine positive Entwicklung der Lebensräume sei zum Beispiel durch Strukturvielfalt, Brachen, Blühflächen und nicht gespritzte Feldränder gelungen.
Das aktuelle nasskalte Wetter sei für die Hasen „nicht so gut“, sagte Stöveken. Das Problem sei, dass die Junghasen schnell sterben, wenn die Häsin nicht genug Futter bekomme, um fettreiche Milch zu produzieren. Sie säuge die Jungen nur zwei bis drei Mal pro Nacht, um die Fressfeinde nicht auf sie aufmerksam zu machen. Verlieren die Junghasen zu viel Energie, werden sie anfällig für Krankheiten, wie die Biologin erläuterte.
Es sei wichtig, die Tiere nicht zusätzlich zu stören, etwa durch stöbernde Hunde. „Auf keinen Fall“ sollten Spaziergänger vermeintlich verwaiste Junghasen mitnehmen: In den meisten Fällen würden sie doch noch von ihren Eltern aufgesucht. Stöveken riet, lieber einen Tag abzuwarten und am nächsten Tag noch einmal nachzuschauen, wie sich der Zustand des Jungtieres entwickelt hat.