Die israelischen Streitkräfte haben am Samstagmorgen einen Überraschungsangriff auf den Iran gestartet. Ziele waren angeblich Einrichtungen der Staatsführung. Israel bereitet sich auf einen Gegenschlag vor.
Israel hat am Samstagmorgen einen Präventivschlag gegen Iran ausgeführt. Verteidigungsminister Israel Katz erklärte, es gehe darum, "Bedrohungen für den Staat Israel zu beseitigen". Wie israelische Medien unter Berufung auf Sicherheitskreise berichten, handelte es sich um eine gemeinsame Aktion der USA und Israels. Israel stelle sich auf eine viertägige "Anfangsphase" des Konflikts ein, hieß es.
Ministerpräsident Benjamin Netanjahu gab der Militäroperation den Namen "Das Gebrüll des Löwen", eine Anspielung auf den biblischen "Löwen von Juda" . Unterdessen mobilisierten die israelischen Streitkräfte laut Medienberichten Reservisten in allen Einheiten, einschließlich von Truppen entlang der libanesischen und syrischen Grenze.
Laut iranischen Staatsmedien waren in Teheran Explosionen zu hören, zudem habe es Angriffe auf den Geheimdienst der Revolutionsgarden gegeben. Wie der israelische Fernsehsender Channel 12 unter Berufung auf Geheimdienste meldete, gehörten zu den Zielen auch eine Einrichtung des iranischen Präsidenten. Weiter würden Gebäude der iranischen Führung ins Visier genommen. Zudem richteten sich die Angriffe gegen Ziele, von denen aus der Iran Israel angreifen könnte.
Nach Angaben der Zeitung "Times of Israel" rief der israelische Auslandsgeheimdienst Mossad am Samstagmorgen über seinen persischsprachigen Telegram-Kanal die iranische Bevölkerung zur Erhebung gegen die Regierung auf: "Unsere iranischen Brüder und Schwestern, ihr seid nicht allein!" Weiter hieß es: "Gemeinsam werden wir den Iran zu seiner glorreichen Zeit zurückführen." Der Mossad appellierte an die Iraner, "Fotos und Videos eures gerechten Kampfes gegen das Regime mit uns zu teilen".
In Israel heulten zum Zeitpunkt des Angriffs um 8.13 Uhr (7.13 Mitteleuropäischer Zeit) landesweit die Sirenen. Die Bürger wurden aufgefordert, sich in der Nähe von Schutzräumen aufzuhalten. Warn-Apps mahnten die Nutzer, sich "auf die Möglichkeit von Raketenangriffen auf Israel vorzubereiten". Der zivile Flugbetrieb wurde durch die israelische Flughafenbehörde eingestellt, der Luftraum für zivile Flüge gesperrt.
"Die Öffentlichkeit wird gebeten, bis auf Weiteres nicht zu Flughäfen zu kommen", teilte das israelische Verkehrsministerium mit. "Passagiere, die sich derzeit im Ausland aufhalten, werden gebeten, sich über die Medien und ihre Fluggesellschaften über die Flugpläne zu informieren, sobald der Luftraum wieder geöffnet ist."
Unterdessen bekundeten israelische Oppositionspolitiker ihre Unterstützung für die Angriffe auf den Iran. "Ich möchte uns alle daran erinnern: Das israelische Volk ist stark. Die israelischen Streitkräfte und die Luftwaffe sind stark. Die stärkste Macht der Welt steht an eurer Seite", schrieb Oppositionsführer Yair Lapid. "In solchen Momenten stehen wir zusammen - und wir siegen gemeinsam". "Es gebe "nur ein Volk und eine israelische Armee, hinter der wir alle stehen".
Der Vorsitzende von der nationalistischen Partei Jisra"el Beitenu, Avigdor Lieberman, betonte unter Anspielung auf das am Montagabend beginnende jüdische Purimfest: "Wir haben Haman besiegt, wir werden auch Khamenei besiegen". Damit verglich er den obersten iranischen Führer Ali Khamenei mit dem Bösewicht im biblischen Ester-Buch, das in Persien spielt.