Die Zahl der irregulären Einreisen in die Europäische Union ist in den ersten zehn Monaten dieses Jahres um 22 Prozent gesunken. Nach vorläufigen Zahlen der EU-Grenzschutzagentur Frontex sind rund 152.000 Migrantinnen und Migranten ohne Erlaubnis eingereist, wie die Behörde am Mittwoch in Warschau mitteilte. Trotz des allgemeinen Rückgangs seien die menschlichen Kosten verheerend, erklärte Frontex weiter. Nach Schätzungen der Internationalen Organisation für Migration (IOM) sind in diesem Jahr bislang mehr als 1.500 Menschen beim Versuch gestorben, das Mittelmeer zu überqueren.
Deutliche Rückgänge verzeichneten laut Frontex insbesondere die westafrikanische Route (minus 59 Prozent), die Westbalkanroute (minus 46 Prozent) und die östliche Landgrenze (minus 38 Prozent). Die zentrale Mittelmeerroute blieb mit fast 59.000 Ankünften die meistgenutzte und machte etwa zwei Fünftel aller irregulären Einreisen aus. Hauptabfahrtsland war weiterhin Libyen.
Auf der östlichen Mittelmeerroute ging die Zahl der Übertritte um ein Viertel auf rund 43.000 zurück, während auf der westlichen Mittelmeerroute ein Anstieg um 27 Prozent registriert wurde. Dort kamen die meisten Migranten aus Algerien und Marokko.
Entlang der Route zwischen Libyen und Kreta blieb der Migrationsdruck im Oktober hoch. Im Vergleich zum gleichen Zeitraum 2024 stieg die Zahl der entdeckten Überfahrten in den ersten zehn Monaten um 272 Prozent.