Menschenrechte werden unter der israelischen Regierung weiter ausgehöhlt. Dagegen schließen sich jüdische und christlich-palästinensische Theologen zusammen, um auf Frieden und Solidarität hinzuarbeiten.
Angesichts einer immer prekäreren Menschenrechtslage in Israel haben jüdische Rabbiner und christliche Theologen ein interreligiöses Projekt ins Leben gerufen. Unter dem Titel "Faithful Futures" wolle man für Solidarität und gemeinsames Handeln eintreten, erklärten Sprecher der "Rabbis for Human Rights" und der palästinensischen ökumenischen Organisation "Sabeel" am Donnerstag. Ziel sei der Einsatz für Menschenrechte, gemeinsame Werte, Schutz allen Lebens sowie für Frieden und Gerechtigkeit. Die Vertreter beider Organisationen äußerten sich in Berlin bei einer Veranstaltung des katholischen Hilfswerks Misereor.
"Sabeel"-Sprecher Omar Haramy sagte in einer Videoschalte aus Jerusalem, man müsse Allianzen bilden, um zu überleben und Frieden zu schaffen. Anton Goodman von "Rabbis for Human Rights" betonte, es handele sich um ein "glaubensbasiertes Projekt", das Religion, Glauben und Menschenrechte miteinander verbinde. Die Religionen könnten eine Brücke für moralische Partnerschaft sein statt eine Barriere. Misereor war im Januar mit Vertretern beider Gruppen im Heiligen Land zusammengetroffen.
Mit dem Projekt wollten Israelis und Palästinenser zeigen, wie eine Zusammenarbeit gerade angesichts der zunehmenden Menschenrechtsverletzungen möglich sei, sagte Haramy. "Wenn wir nicht handeln, haben wir vielleicht keine gemeinsame Zukunft." Er unterstrich: "Wir sind keine Minderheit, sondern eine schweigende Mehrheit."
Annika Khano von Misereor sagte, die die Arbeit von Nichtregierungsorganisationen werde in der israelischen wie der palästinensischen Gesellschaft immer schwieriger. Beispielhaft führte sie an, Israels Regierung plane neue steuerliche Auflagen für solche Organisationen und verlange zugleich eine Solidaritätserklärung.