Unter Suharto kam es ab 1965 zu einem Massenmord der Armee und Milizen an Oppositionellen. Zwischen 500.000 und eine Million Menschen wurden Opfer der Massaker. Dennoch erhielt er nun die höchste Ehrung.
Der indonesische Präsident Prabowo Subianto hat den ehemaligen Diktator Suharto offiziell zu einem von zehn neuen Nationalhelden ernannt. Suharto (1921-2008) sei “eine herausragende Persönlichkeit und ein Held des Unabhängigkeitskampfes” gewesen, sagte er laut indonesischen Medien am Montag bei der Zeremonie im Präsidentenpalast in Jakarta. Präsident Prabowo, ehemaliger Schwiegersohn Suhartos, überreichte dabei Urkunden an Suhartos Tochter und Sohn. Am 17. August 1945 erklärte sich Indonesien als unabhängig von der niederländischen Kolonialmacht.
Der indonesische Jesuit Franz Magnis Suseno mit deutschen Wurzeln sagte der Katholische Nachrichten-Agentur (KNA), Suharto habe zwar Indonesien aus einer “totalen wirtschaftlichen Krise geführt” und auch die soziale und wirtschaftliche Sicherheit der unteren 50 Prozent der Bevölkerung bis zur internationalen Finanzkrise 1997 kontinuierlich verbessert. “Suharto ist aber auch voll für einen der schlimmsten Genozide der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts – und zahlreiche andere Verletzungen der Menschenrechte – verantwortlich.” 1975 ließ Suharto die Armee nach Osttimor einmarschieren, nachdem Portugal seine Kolonie in die Unabhängigkeit entlassen hatte.
Ab den 1980er Jahren habe Suharto über seine Kinder Indonesien mit Korruption überzogen, so Suseno. “Einen Mörder und Oberkorruptor macht man nicht zum Nationalhelden.” Der Jesuit ist einer der Unterzeichner einer Petition von Akademikern, Oppositionellen und Intellektuellen gegen die Ernennung des 2008 verstorbenen Suharto zum Nationalhelden
Am 30. September 1965 wurden sechs Armeegeneräle ermordet. Suharto warf der Kommunistischen Partei Indonesiens (KPI) vor, die Morde als Auftakt zu einem Putsch begangen zu haben. Damit löste er die Entmachtung von Präsident Sukarno und eine Jagd auf Kommunisten aus, der auch Hunderttausende nicht-kommunistische Indonesier zum Opfer fielen, die für die Rechte von Bürgern, Frauen oder Arbeitnehmern einstanden. Als Präsident rief Suharto die “Neue Ordnung” aus, die bis zu seinem Sturz 1998 für geschätzte 26 Millionen Indonesier Gewalt, Tod, Verfolgung, Unterdrückung, Schikane, Diskriminierung und Berufsverbote bedeutete.