Immobilien in ehemaligen Braunkohledörfern stehen zum Verkauf

Im Zuge der Revitalisierung von fünf Dörfern, die ursprünglich für den Braunkohleabbau abgerissen werden sollten, sollen jetzt die ersten 25 Häuser und Grundstücke vermarktet werden. Am Freitag starte der Verkauf der Immobilien aus dem Bestand von RWE Power in den Erkelenzer Dörfern Keyenberg, Kuckum, Oberwestrich, Unterwestrich und Berverath, kündigte Heimatministerin Ina Scharrenbach (CDU) am Donnerstag in Düsseldorf an. Exposés seien dann über gängige Online-Immobilienportale verfügbar. Insgesamt sollten in den kommenden Jahren mehr als 500 Immobilien schrittweise auf den Markt gebracht werden.

Die früheren Eigentümer, die ab 2016 in neue Orte umgesiedelt worden waren, hatten den Angaben zufolge ein Vorkaufsrecht. Doch das Interesse, in die alte Heimat zurückzuziehen, war offenbar gering. In dem Interessensbekundungsverfahren zur Vorkaufsoption hätten zunächst 39 Umsiedlerinnen und Umsiedler grundsätzliches Interesse bekundet, hieß es. 18 davon hätten um Verkehrswertgutachten gebeten, die in der Zwischenzeit erstellt worden seien. Eine Immobilie sei inzwischen zurückverkauft worden, mit aktuell zehn Interessenten liefen noch Gespräche. Sieben Interessenten hätten bereits abgesagt.

Mit der Leitentscheidung „Neue Perspektiven für das Rheinische Braunkohlerevier“ des Landes NRW vom März 2021 wurde der Ausstieg aus dem Braunkohleabbau bis 2030 beschlossen. Damit war auch klar, dass die fünf Erkelenzer Dörfer nicht mehr abgebaggert werden mussten. Sie sollen nun zu „Zukunftsdörfern“ werden. Sie seien ein wichtiges Symbol für den Wandel, betonte Scharrenbach. „Neues Zuhause für alte Heimat: Wenn die ersten Wohngebäude gekauft werden und damit auch wieder mehr Leben in die Dörfer ziehen kann, ist der nächste wichtige Meilenstein für die Wiederbelebung der fünf Erkelenzer Dörfer erreicht.“

Zuständig für die Steuerung der Entwicklung und Planung der fünf Dörfer ist den Angaben zufolge die Stadt Erkelenz, die auch die sozialen, öffentlichen sowie technischen Infrastrukturen übernehmen wird. Für die ehemaligen Kirchen in Keyenberg und Kuckum sowie die Kapelle in Berverath sollen Nutzungskonzepte und Trägermodelle entwickelt werden. Ziel sei es, die Baudenkmäler zu erhalten und für die Öffentlichkeit nutzbar zu machen, hieß es.

Das NRW-Heimatministerium fördert die Umsetzung des Entwicklungskonzepts der fünf Erkelenzer Dörfer finanziell. Ein erster Förderbescheid in Höhe von rund 14,3 Millionen Euro sei am 10. November übergeben worden. Insgesamt habe die Stadt Erkelenz Fördermittel in Höhe von 168 Millionen Euro für das Gesamtvorhaben beantragt.

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