Zu einem besonderen Gottesdienst laden die evangelische und katholische Kirche in Karlsruhe an diesem Sonntagabend ein. Die Feier finde nicht in einer Kirche statt, sondern inmitten von historischer Medienkunst im Zentrum für Kunst und Medien (ZKM), sagte der katholische Theologe Tobias Licht, Leiter des Bildungszentrums Roncalli-Forum, dem Evangelischen Pressedienst (epd). Unter dem Motto „Leben in der Zeit“ gehe es darum, das Konzept der Ausstellung „The Story That Never Ends“ auf eine spirituelle Art erleben.
Auf die besondere Nähe von Kirche und Kunst wies der evangelische Pfarrer i.R. Eckhart Markgraf als Mitorganisator hin. Veranstaltungen in Museen oder Theatern ermöglichten auch Menschen, die wenige Kontakte zur Kirche hätten, einen Zugang zu religiösen Themen zu finden. Den Grunderfahrungen menschlicher Existenz, wie sie sich auch in der Kunst zeigten, könne der christliche Glaube eigene Deutungen geben.
Die älteste Form der Zusammenarbeit von Kirchen und Kultureinrichtungen habe er bereits in den 1980er Jahren mit den Veranstaltungen „Kunst und Kirche“ begründet. Seitdem gebe es Museumsführungen in der Staatlichen Kunsthalle Karlsruhe, sagte der Theologe dem epd.
Seit 1999 wird einmal jährlich ein Gottesdienst im Medienmuseum gefeiert. Mit der religiösen Dimension von Medienkunst beschäftige sich zudem einmal monatlich die Reihe „Überschreitungen“ mit gemeinsamen Bildbetrachtungen zeitgenössischer Werke von Kunstwissenschaftlern und Theologen.
Gemeinsame Veranstaltungen gebe es auch dem Badischen Landesmuseum oder dem Augustinermuseum Freiburg. Regelmäßig würden Theatergesprächen über „Gott und die Welt“ im Badischen Staatstheater geführt. Ein Theologisches Theater-Café mit Podiumsdiskussion werde im Stadttheater Pforzheim angeboten. (2900/13.11.2025)