Hungersnot im Sudan weitet sich aus

Anhaltende Kämpfe und Vertreibungen im Krisenland Sudan sorgen dafür, dass immer mehr Menschen hungern. Betroffen sind laut Experten vor allem Kinder.

Im Sudan weitet sich die Hungersnot aus. Inzwischen sind nach den Städten El Fasher in Nord-Darfur und Kadugli in Süd-Kordofan auch mindestens zwei Distrikte im Bundesstaat Nord-Darfur von der höchsten, katastrophalen Phase eines Ernährungsnotstands betroffen, wie die internationale Expertengruppe IPC am Donnerstag in Rom mitteilte. Demnach erreichte die akute Unterernährung bei Kleinkindern im Bezirk Umm Baru 52,9 Prozent und im angrenzenden Kernoi 34 Prozent. Die Fachleute rechnen damit, dass die Zahl der Hungernden weiter zunimmt.

Hintergrund der jüngsten Verschärfung ist die Eroberung von El Fasher durch die RSF-Miliz im Oktober und nachfolgende Massenvertreibungen. Das Land erlebt seit bald drei Jahren einen Bürgerkrieg, der bestehende Krisen weiter verschlimmert.

Für das laufende Jahr erwartet die IPC-Analyse allein bei Kindern bis fünf Jahre fast 4,2 Millionen akut Hungernde im Sudan, eine halbe Million mehr als 2025. Mehr als 800.000 werden der Schätzung zufolge von akuter Mangelernährung in einer schweren Form betroffen sein.

Die Fachleute riefen zu umgehenden Maßnahmen auf, um die Kämpfe zu beenden und sichere Fluchtkorridore einzurichten. Nur ungehinderte humanitäre Hilfe in großem Maßstab und eine Unterstützung der Vertriebenen wie der Aufnahmegemeinschaften könnten eine Ausbreitung des Hungers und weitere Todesfälle verhindern.

👋 Unser Social Media