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Hohe Zustimmung im Land zu geplanter Notfallreform

Eine große Mehrheit der Menschen in Baden-Württemberg unterstützt die geplante Einführung eines standardisierten Ersteinschätzungsverfahrens bei Notaufnahmen. Laut einer aktuellen forsa-Befragung im Auftrag der AOK Baden-Württemberg sprechen sich 78 Prozent dafür aus, Patienten nach Dringlichkeitsstufen zu ordnen, wie die Krankenkasse am Freitag in Stuttgart mitteilte. Nur 14 Prozent lehnen ein solches Verfahren ab. Gesundheitsministerin Nina Warken (CDU) will die bundesweite Notfallreform noch im November vorlegen.

AOK-Landeschef Johannes Bauernfeind wertet die Ergebnisse als „gutes Vorzeichen“ für die Reform: Nach Jahren der Verzögerung brauche es nun eine bessere Steuerung von weniger dringenden Fällen in die vertragsärztliche Versorgung. Notaufnahmen seien vielerorts chronisch überlastet. Fast die Hälfte der Befragten (47 Prozent) hat in den vergangenen fünf Jahren selbst eine Notaufnahme aufgesucht – zumeist aus eigener Entscheidung. In 61 Prozent der Fälle blieb es bei einer ambulanten Behandlung, nur 29 Prozent wurden stationär aufgenommen.

Laut Umfrage hätte ein Teil der Patientinnen und Patienten (16 Prozent) auf einen kurzfristigen Facharzttermin verzichtet, wenn dieser innerhalb von zwei Tagen verfügbar gewesen wäre. Bauernfeind sieht darin ein „großes Potenzial für eine ambulante Entlastung“. Er fordert den zügigen Ausbau Integrierter Notfallzentren, die gemeinsam von Krankenhäusern und der Kassenärztlichen Vereinigung betrieben werden sollen. Die forsa-Umfrage wurde vom 1. bis 13. September 2025 unter 501 Personen ab 18 Jahren in Baden-Württemberg durchgeführt. (2840/07.11.2025)