Seit Beginn des russischen Angriffskriegs vor vier Jahren hat die Ukraine laut „Save the Children“ mehr als 4.000 Stunden Luftalarm ausgelöst. Gerade für die Kinder bedeute das Tausende Stunden voller Angst in Kellern, fehlender Schlaf und Schulausfall, erklärte die Kinderrechtsorganisation am Donnerstag. Der Dauerstress habe schwere Folgen für die psychische und körperliche Gesundheit.
In der Region der Hauptstadt Kiew und in einigen Frontgebieten summiere sich der Alarm seit Februar 2022 sogar auf 7.000 Stunden, hieß es in der Datenauswertung von „Save the Children“ weiter. Das entspreche zusammengerechnet neuneinhalb Monaten, in denen Familien in Kellern, Bunkern oder U-Bahn-Schächten ausharren mussten, oft ohne Strom, Wasser und Heizung.
„Für die Kinder in der Ukraine ist die Angst seit vier Jahren ein ständiger Begleiter“, sagte Florian Westphal, Geschäftsführer von „Save the Children Deutschland“. „Die emotionale und körperliche Belastung ist ihnen deutlich anzumerken. Dieser Dauerstress kann lebenslange psychische Folgen haben und den Kindern die Zukunft verbauen.“
Luftalarme, die die Bevölkerung vor drohenden Raketenangriffen oder anderem Beschuss warnen, könnten auch mehrmals am Tag ertönen. Inzwischen seien viele Menschen in der Ukraine so erschöpft davon, dass sie nicht einmal mehr Schutzräume aufsuchten, sondern sich in ihren weniger sicheren Badezimmern oder Hausfluren aufhielten, erklärt das Kinderhilfswerk. Da etwa die Hälfte der Alarme spätabends oder nachts erfolgten, raubten sie Kindern den Schlaf.