Die Frauenhilfsorganisation Solwodi Deutschland will ihre Arbeit im Bereich Rückkehr und Reintegration vulnerabler Frauen im Rahmen eines neu geförderten Projekts stärken. Das Angebot unterstützt alleinstehende oder alleinerziehende Frauen, Frauen mit Gewalterfahrungen, gesundheitlichen Belastungen oder unklarer aufenthaltsrechtlicher Perspektive, die über eine Rückkehr in ihr Herkunftsland nachdenken oder dazu verpflichtet sind, wie der Verein am Dienstag in Koblenz mitteilte. Das Projekt wird durch den Asyl-, Migrations- und Integrationsfonds der EU gefördert.
Die Beratung umfasst eine Einschätzung der individuellen Situation der vor der Rückkehr stehenden Frauen, eine Risiko- und Sicherheitsanalyse sowie Unterstützung bei gesundheitlichen, psychosozialen und rechtlichen Fragen. Gemeinsam mit den Frauen werden Perspektiven entwickelt, die sowohl die Lebensrealität im Herkunftsland als auch mögliche Gefährdungen berücksichtigen. Rund 100 bis 150 Frauen sowie ihre Kinder sollen pro Jahr bei der Rückkehr in ihre Herkunftsländer unterstützt werden. Das Projekt ist im vergangenen November gestartet und läuft über drei Jahre.
Gemeinsam mit den Frauen möchte Solwodi sichere Perspektiven für einen möglichen Neuanfang entwickeln. „Viele Frauen erleben große Unsicherheiten, wenn sie eine Rückkehr in Betracht ziehen. Sei es wegen familiärer Konflikte, gesundheitlicher Belastungen oder Sorge um die eigene Sicherheit“, sagte die Leiterin des Solwodi-Rückkehr- und Reintegrationsprojekts, Greta Tünkler. „Deshalb begleiten wir diesen Prozess eng, prüfen Risiken und entwickeln zusammen individuell passende Zukunftspläne.“
Ein wichtiger Bestandteil des Projektes ist die Zusammenarbeit mit lokalen Partnerorganisationen im Herkunftsland, die die Frauen nach ihrer Ankunft unter anderem bei der Unterbringung, medizinischen Versorgung, Behördenwegen und ersten Schritten zur beruflichen oder sozialen Reintegration unterstützen. Damit soll eine verlässliche Struktur geschaffen werden, die den Übergang erleichtert und langfristige Stabilität ermöglicht.
Der Name Solwodi steht für „Solidarity with Women in Distress“ (Solidarität mit Frauen in Not). Die im Jahr 2023 gestorbene Ordensschwester Lea Ackermann gründete den Verein 1985 bei einem Aufenthalt in Kenia. Solwodi begann damit, Frauen beim Ausstieg aus der Zwangsprostitution zu unterstützen, und richtete später auch in Deutschland Beratungsstellen und Notunterkünfte für Frauen ein. Die Organisation ist nach eigenen Angaben in 18 Städten in Deutschland mit insgesamt 21 Fachberatungsstellen sowie 14 Schutzeinrichtungen und Wohnprojekten vertreten.