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Hilfsorganisation: Millionen Syrer von Blindgängern bedroht

Viele Syrer kehren derzeit in ihr Land zurück, um es nach dem Krieg wieder aufzubauen. Doch wer Trümmer wegräumt, kann schnell in Lebensgefahr geraten – wegen nicht detonierter Waffen.

Syrien zählt nach Angaben der Hilfsorganisation Handicap International zu den am stärksten mit explosiven Kriegsresten kontaminierten Ländern der Welt. Seit 2011 wurden über eine Million Explosionswaffen eingesetzt, von denen bis zu 30 Prozent nicht explodierten, wie die Organisation in München mitteilte. Nach Schätzungen sind mehr als 14 Millionen Syrerinnen und Syrer in ihrer Sicherheit bedroht.

Die Blindgänger behinderten den Wiederaufbau massiv, hieß es. Dazu gehörten Raketen, Mörsergranaten, selbstgebaute Bomben, zurückgelassene Munition und Landminen. Auch Fassbomben seien im Krieg zum Einsatz gekommen, die eine hohe Ausfallrate hätten.

Bevor Krankenhäuser, Schulen oder Felder wieder genutzt werden könnten, müssten Blindgänger erst geräumt werden. Menschen brächten sich in Lebensgefahr, wenn sie Trümmer wegräumten. Vor allem Kinder seien gefährdet, da sie unwissentlich mit diesen tödlichen Gegenständen in Kontakt kommen könnten oder gar damit spielten. “Familien, die in ihre Häuser oder auf ihr Land zurückkehren möchten, haben Angst. Denn sie wissen, dass ein einziger Fehltritt zu schweren Verletzungen oder sogar zum Tod führen kann”, sagte Danila Zizi, Landesdirektorin für Syrien von Handicap International.