Hilfetelefon “Gewalt an Männern” wird zunehmend genutzt

Nicht nur Frauen, auch Männer erleben Gewalt - in der Partnerschaft oder in Institutionen. Seit vier Jahre können sich Betroffene an ein Hilfetelefon wenden.

Das vor vier Jahren eingerichtete Hilfetelefon "Gewalt an Männern" wird zunehmend in Anspruch genommen. Im Startjahr 2020 waren es 1.464 Beratungen, wie die nordrhein-westfälische Landesregierung am Dienstag mitteilte. Danach stieg die Zahl auf über 3.000 pro Jahr - mit wachsender Tendenz (2021: 3.190, 2022: 3.245, 2023: 3.311).

Initiiert hatten das bundesweite Hilfsangebot unter der Nummer (0800) 123 99 00 die Bundesländer NRW und Bayern. Inzwischen beteiligen sich daran auch Baden-Württemberg, Mecklenburg-Vorpommern und Rheinland-Pfalz.

Rund zwei Drittel der Beratungen nahmen den Angaben zufolge im vergangenen Jahr Betroffene selbst in Anspruch. Aus deren sozialem Umfeld kamen 11,2 Prozent der Anfragen. 15,1 Prozent der Nutzer waren Fachkräfte und 3,3 Prozent Medienvertreter. Die Mehrheit der Anrufenden habe von Gewalterfahrungen im Erwachsenenalter berichtet. Hierbei seien am häufigsten psychische und körperliche Gewalterlebnisse beschrieben worden.

"Die Zahlen für das Berichtsjahr 2023 zeigen, dass das Hilfetelefon eine wichtige Ergänzung des Gewalthilfesystems und eine zentrale erste Anlaufstelle für betroffene Männer ist", erklärte NRW-Gleichstellungsministerin Josefine Paul (Grüne). "Gewalt an Männern darf kein Tabuthema sein."

Die bayerische Sozialministerin Ulrike Scharf (CSU) sagte: "Wenn betroffene Menschen sich trauen, Hilfe zu holen, müssen sie diese möglichst unkompliziert und schnell erhalten." Seit dem vergangenen Jahr ist das Hilfetelefon auch mit einem Instagram-Kanal vertreten, um die schwer erreichbaren jungen Betroffenen gezielt anzusprechen, wie es hieß.

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