Es ist ein bundesweit einmaliges Projekt: Erstmals sollen in Bayern die Bestände der Vögel im Winter systematisch kartiert werden. Naturschutzverbände bitten dazu nun um Unterstützung – besonders in bestimmten Gebieten.
Vogel-Fans aufgepasst: Naturschützer bitten um Unterstützung beim Erfassen von Vorkommen der Federtiere im Winter. “Wo überwintern in Bayern welche Vogelarten? Wie verändert sich ihr Vorkommen? Und welche Rolle spielt der Klimawandel?” Um solche Fragen geht es laut Mitteilung des bayerischen Naturschutzverbands LBV aus dem mittelfränkischen Hilpoltstein beim geplanten Wintervogel-Atlas für den Freistaat. Der LBV arbeitet dazu mit der Ornithologischen Gesellschaft in Bayern zusammen. Nun suchen beide nach ehrenamtlichen Helfern für das sogenannte Kartieren.
Das Projekt sei perfekt für alle, die sich gut mit der heimischen Vogelwelt auskennen, aber möglicherweise noch keine Erfahrung in der systematischen Erfassung haben, teilte der LBV mit. Alle Mitmach-Informationen sind demnach auf lbv.de/wintervogelatlas zusammengestellt. Dort könnten auch tagesaktuell alle Meldungen auf einer interaktiven Karte abgerufen werden. Besonders im Fichtelgebirge, im Frankenwald, in der Rhön, dem Spessart und Steigerwald, in den Landkreisen Neumarkt in der Oberpfalz sowie zwischen Landshut und Passau sucht man noch Unterstützung.
“Wir wissen bisher noch erstaunlich wenig über das Leben unserer heimischen Vögel in den Wintermonaten”, heißt es von den Naturschützern. Deshalb führe man bayernweit eine systematische, dreijährige Erfassung der Vögel in allen größeren Lebensräumen durch. Dieses Projekt sei deutschlandweit einzigartig und laufe diesmal vom 15. November bis 15. Februar. “Das Ergebnis soll als Atlas das Vorkommen der bayerischen Vogelwelt im Winter zeigen und als Grundlagenwerk Aufschluss über Veränderungen geben.”
Die Kartierer sind immer in sogenannten Quadranten unterwegs, wie es heißt. Diese Quadranten basieren demnach auf der topografischen Karte Bayerns und sind etwa zehn Quadratkilometer groß. “Jede Art, die in dem Gebiet gesehen oder gehört werden kann, wird auf einer Beobachtungsliste festgehalten. In ihren Quadranten müssen die Ehrenamtlichen zwar nicht jeden Winkel nach Vögeln absuchen, alle relevanten Lebensräume in dem Gebiet wie Siedlungsbereich, Gewässer, Wald und Offenland sollten aber abgedeckt sein.”