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Heiter bis bedrohlich – Wolkenkunst in Bietigheim-Bissingen

Wolkendarstellungen ziehen sich wie ein roter Faden durch die Epochen der Kunst. Die Städtische Galerie Bietigheim-Bissingen widmet diesem selten beleuchteten Phänomen ab Samstag (22. November) eine Ausstellung mit 40 künstlerischen Positionen der letzten 500 Jahre. Unter dem Titel „Dem Himmel so nah – Wolken in der Kunst“ geht die Schau den künstlerischen Wolkenformationen auf den Grund.

Besonders die moderne Kunst sticht mit innovativen Konzepten hervor. In „Daily Sea“ präsentiert Simon Roberts ein zweiminütiges Video aus 365 täglichen Aufnahmen desselben Sees. Gerhard Richter kombiniert in „Wolken 1969“ verschiedene Wolkenformationen zu einer neuen Bildstruktur. Hiroyuki Masuyama legt für seine „Gebirgslandschaft mit Regenbogen (nach Caspar David Friedrich, 1810)“ mehrere hundert Fotografien von historischen Schauplätzen der Romantik übereinander.

Laut begleitender Broschüre beleuchtet die Ausstellung die Darstellung von Wolken in den verschiedenen Kunstepochen. Im Mittelalter und in der Frühen Neuzeit galten Wolken als Sinnbilder des Göttlichen. Im Barock entwickelten sie sich zu einer eigenen bildnerischen Erscheinung. Im Expressionismus dienen Wolken als Stimmungsträger, während in der Gegenwart zeitkritische und politische Aspekte im Vordergrund stehen.

Unter poetisch formulierten Kapiteln führt die Schau weitere Facetten zusammen, die epochenübergreifend in der Kunst auftreten: „Himmelssphären“ versammelt Darstellungen des Göttlichen, „Dunkel dräuend“ zeigt bedrohliche Himmelslandschaften, und „Von Menschen gemachte Wolken“ thematisiert die Eingriffe des Menschen in die Natur. Zu den vertretenen Künstlerinnen und Künstlern zählen unter anderem Albrecht Dürer, Emil Nolde, Yoko Ono und Carl Spitzweg. (2974/20.11.2025)