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Heftige Kritik an neuem jüdischen Landesverband

Mit Kritik und Enttäuschung hat der Landesverband Sachsen der Jüdischen Gemeinden auf einen neuen Zusammenschluss jüdischer Akteure und Akteurinnen reagiert. Der sogenannte „Landesverband für die jüdischen Gemeinden und Einrichtungen in Sachsen“ entbehre „jedweder Legitimität und kann nicht für die Mehrheit der Jüdinnen und Juden in Sachsen sprechen“, erklärte der alte Landesverband Sachsen. Insbesondere die eigenmächtige Berufung von Landesrabbinern sei nicht akzeptabel.

Der angeblich berufene Rabbiner Schneor Havlin als Vertreter der Gemeinschaft Chabad Lubawitsch distanziere sich klar von diesem Vorgehen, hieß es. Er habe nichts von der Ernennung gewusst und stehe für die Zwecke des neuen Verbandes nicht zur Verfügung.

Die bisher nicht in Erscheinung getretene umstrittene Organisation stifte „sowohl im innerjüdischen Verhältnis als auch in der breiten Öffentlichkeit Verwirrung“, hieß es weiter. Zum Teil seien von ihr falsche Informationen verbreitet worden. Der Verband aus neun jüdischen Gemeinden und Initiativen in Sachsen soll sich nach eigenen Angaben bereits 2021 gegründet haben. Dem Zentralrat der Juden wirft er ein mangelndes Verständnis für das moderne Judentum vor.

Zum alten Landesverband Sachsen gehören die jüdischen Gemeinden in Dresden, Leipzig und Chemnitz mit rund 2.500 Mitgliedern. Gegründet wurde er vor fast 100 Jahren. Der Landesverband ist Mitglied im Zentralrat der Juden in Deutschland und wird vom Freistaat Sachsen finanziell unterstützt. Aktueller Landesrabbiner ist Zsolt Balla.